Hoffen und Zittern im Nati-Camp
publiziert: Freitag, 25. Mrz 2005 / 16:56 Uhr / aktualisiert: Freitag, 25. Mrz 2005 / 20:24 Uhr

Die Schweizer Nationalmannschaft steht am Samstag (21.00) in der Gruppe 4 der WM-Qualifikation vor einer wegweisenden und delikaten Aufgabe.

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In Paris trifft sie auf Gruppenfavorit Frankreich. Die erste Niederlage wäre ein empfindlicher Rückschlag im Kampf um den Gruppensieg.

Im Prinzip ist das Duell Schweiz - Frankreich ein Kampf zwischen David und Goliath. Doch in den letzten Monaten haben sich die beiden Formationen ein wenig angenähert.

Vor zwei Jahren waren die Schweizer gegen die Franzosen beim 0:2 in Genf von A bis Z chancenlos. Im letzten Juni an der EM in Portugal konnte die Equipe von Coach Köbi Kuhn beim 1:3 mit dem hochkarätigen Widersacher immerhin 70 Minuten lang mithalten.

"Und seither ist die Entwicklung sicher nicht in die entgegengesetzte Richtung gelaufen", sagte Kuhn vor dem heutigen Spiel. Die Schweizer Hoffnung auf ein positives Resultat nährt insbesondere die schwankende Formkurve der Franzosen mit teilweise überraschend schwachen Resultate in den letzten Monaten.

Viel zu verlieren

Dass der Gegner aus der so genannten "Haute Volée" des Weltfussballs kommt, darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schweiz im Stade de France einiges zu verlieren hat.

Mit einer Niederlage würde der Rückstand auf Frankreich auf sechs Punkte anwachsen, wohl zu viel, um den westlichen Nachbarn in der Schlussphase der Qualifikation noch abzufangen. Und auch wenn der Druck des Erfolges scheinbar auf den Franzosen lastet, ist die Schweiz auf einen Exploit angewiesen.

Punkte gefragt

Denn nur wer "Big Points" sammelt, kann sich Hoffnungen auf eine Endrunden-Teilnahme machen. Nicht budgetierte Punkte sind also gefragt. So wie sie die Schweiz vor zwei Jahren auf dem Weg nach Portugal in Irland geholt hatte, wie sie aber in dieser Kampagne noch nicht gewonnen wurden.

Die zweifelsohne schwere Aufgabe muss Kuhn ohne die in der Vergangenheit soliden bis unentbehrlichen Teamstützen Murat Yakin und Bernt Haas (beide verletzt) sowie Hakan Yakin (gesperrt) lösen.

Zudem dürfte ziemlich sicher auch Mittelfeldspieler Raphaël Wicky wegen einer Muskelzerrung in der rechten Wade ausfallen. Nicht nur dieses Quartetts wegen hat Kuhn Sorgen. Doch der Zürcher sieht auch positive Punkte und hat (berechtigte) Hoffnung auf ein gutes Resultat.

Die Sorgen hinten

Die wohl von Philipp Degen, Philippe Senderos, Patrick Müller und Christoph Spycher gebildete Viererabwehr hat in dieser Zusammensetzung noch nie gespielt.

Es wird Müllers Aufgabe sein, diese unerfahrene Defensive mit Debütant Senderos und Degen (ein Teileinsatz) zu führen. Beim letzten Test in Dubai gegen die VAE war Müller ein souveräner Patron der Verteidigung, doch zuletzt offenbarte der Genfer mit dem FCB Formschwäche.

Die Hoffnung vorne

Die Hoffnung auf einen positiven Ausgang fusst vorab auf der herausragenden Form von Topskorer Alex Frei. Vor dem Baselbieter von Rennes, in der Ligue 1 vor zwei Jahren noch als "Petit Suisse" belächelt, scheint sich derzeit ganz (Fussball-)Frankreich zu fürchten.

14 Treffer in dieser Saison sind eine ebenso herausragende Quote wie die 16 Länderspieltore in 32 Partien für die Schweiz. Zudem zeigte Ricardo Cabanas, der die Position des gesperrten Regisseurs Hakan Yakin einnehmen wird, nach anderthalb schwierigen Jahren zumindest im Klub zuletzt wieder aufsteigende Form.

Die Taktik

Köbi Kuhn wird wohl Alex Frei als einzigen Stürmer nominieren. Das suggeriert eine vorsichtige Taktik. Dass Frankreich nach zwei Remis in den bisherigen beiden Heimspielen unter immensem Druck steht, könnte jedoch die Taktik der Schweizer (offensiv) beeinflussen. "Je mehr wir die Franzosen unter Druck setzen, desto schwieriger wird es für sie."

Und der Druck soll diesmal über die Seiten kommen, wo die Schweiz seit dem Rücktritt von Alain Sutter jahrelang offenkundig Defizite aufwies. Debütant Reto Ziegler und Daniel Gygax werden bemüht sein, Stürmer Frei so in Abschlussposition zu bringen.

Die Jungen

Die so genannte "New Generation" hat den Anschluss geschafft. Zwar dürfte Johan Vonlanthen zunächst auf der Ersatzbank sitzen, doch mit Degen, Senderos und Ziegler werden wohl drei Spieler erstmals in der Startformation figurieren, die im letzten Herbst noch in der U21 mitwirkten.

"Die Jungen sind nicht nur eine Option für die Zukunft. Sie verstärken das Kader schon jetzt", sagte Kuhn. Diese neue Generation habe nicht mehr den typischen Schweizer Komplex, "weil sie früh gelernt hat, eine Siegermentalität zu entwickeln. Diese Spieler haben schon als 16-Jährige den Platz gegen Frankreich oder andere grosse Nationen als Sieger verlassen."

Respekt und Realismus

"Kein Spieler hat das Gefühl, dass wir die bessere Mannschaft sind. Individuell sind die Franzosen trotz der Rücktritte im vergangenen Sommer noch immer sehr stark", sagte Kuhn.

Nach dem Selbstverständnis (beider Nationen) ist nach wie vor klar, dass "Frankreich die ´Grande Nation´ ist, und wir die ´Kleine Schweiz´ sind." Dennoch ist auch den Schweizern nicht entgangen, dass die Franzosen den hiesigen Fussball vermehrt wahrnehmen.

"Richtig ernst nehmen sie uns noch immer nicht. Doch dank dem FC Basel und den Erfolgen der Junioren-Nationalmannschaften bringen die Franzosen uns nun mehr Respekt entgegen als noch vor ein paar Jahren", erklärte Cabanas, der vor rund einem Jahr nach einem wenig glückhaften Engagement in Guingamp in die Schweiz zurückkehrte.

Die Verpflichtung

Über 9000 Fans aus der Schweiz werden die Nationalmannschaft in Paris unterstützen. Noch nie waren bei einem Qualifikationsspiel so viele Supporter im Ausland dabei.

"Diese Zahl ist für das Team eine grosse Anerkennung. Sie ist aber auch eine Verpflichtung. Wir dürfen diese vielen tausend Schweizer nicht enttäuschen. Der Ansporn ist riesig. Im Ausland in ein Stadion mit fast 10 000 eigenen Fans zu laufen, ist eine unendliche Motivation. Dagegen kommt keine Siegprämie an", sagte Kuhn.

Die voraussichtliche Aufstellung der Schweiz:
Zuberbühler; Philipp Degen, Senderos, Müller, Spycher; Gygax, Lonfat, Vogel, Ziegler; Cabanas; Frei. -- Gesperrt: Hakan Yakin. -- Verletzt: Murat Yakin, Haas, Barnetta, Wicky.

Samstag, 21.00 Uhr, Paris (St-Denis), Stade de France (live SF2).

(bsk/Si)

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