Podest ausser Reichweite
Hoffnungslos auf sich alleine gestellt
publiziert: Donnerstag, 8. Jan 2015 / 19:31 Uhr
Cologna erlebte schon erfolgreichere Zeiten. (Archivbild)
Cologna erlebte schon erfolgreichere Zeiten. (Archivbild)

Dario Cologna wurde im Verfolgungsrennen über 25 km in Toblach (It) im Kampf um den Tour-de-Ski-Sieg entscheidend zurückgebunden. Selbst ein Podestplatz dürfte ausser Reichweite sein.

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Überraschend war es nicht, dass Dario Cologna gestern im Südtirol während der 5. Etappe mit dem für ihn schlimmstmöglichen Szenario konfrontiert wurde. Einerseits harmonierte das mit 40 und mehr Sekunden vor ihm gestartete Quartett mit dem Tour-Leader und nachmaligen Etappen-Sieger Petter Northug, dessen norwegischem Landsmann und Titelverteidiger Martin Johnsrud Sundby sowie Calle Halfvarsson (Sd) und Jewgeni Below (Russ) gut. Andererseits fand Cologna lange Zeit in keiner halbwegs starken Gruppe Unterschlupf, um den Rückstand in erträglichem Rahmen halten oder gar etwas Zeit gutmachen zu können.

Im Ziel wies Cologna als Siebenter 1:46 Minuten Rückstand auf das Spitzenquartett auf, das im Spurt souverän vom endschnellen Northug gemeistert wurde. Der Vorsprung des Norwegers auf den Bündner wuchs damit auf zwei Minuten an. Selbst gegenüber dem viertplatzierten Below liegt Cologna nach der gestrigen Skating-Etappe mehr als 100 Sekunden im Hintertreffen. «Ein Podestplatz ist kaum mehr möglich», sagte Cologna gefasst. Der 5. Platz müsse nun das Ziel sein.

Verhängnisvolle dritte Runde

Verhängnisvoll wurde es für Cologna gestern auf der 5-km-Schlaufe rund um die Nordic Arena in Toblach nach 10 km, als sein Rückstand auf die Spitze innerhalb einer Runde um eine weitere halbe Minute anwuchs. Cologna war in dieser Phase praktisch auf sich alleine gestellt, vermochte doch der hinter ihm gestartete Alex Harvey (Ka) nicht aufzuschliessen. Und der vor ihm ins Rennen gegangene kasachische Klassisch-Spezialist Alexej Poltoranin, der Etappensieger vom Mittwoch, war erwartungsgemäss keine Hilfe.

«Es ist extrem schwierig, alleine zu laufen. Es war unmöglich, Zeit auf die Spitze aufzuholen. Das Unterfangen war hoffnungslos», resümierte Cologna. Der 28-Jährige erinnerte daran, dass er schon vor einigen Tagen gesagt habe, dass es wichtig sei, vor dem Verfolgungsrennen in Schlagdistanz zur Spitze zu sein. Der Rückstand hätte nicht mehr als eine halbe Minute betragen dürfen. Erst als von hinten eine Gruppe mit Daniel Richardsson (Sd) und Niklas Dyrhaug (No) zu Cologna und Poltoranin aufschloss und den Schweizer bei der Führungsarbeit unterstützte, pendelte sich der Rückstand bei rund 1:50 Minuten ein.

Der dreifache Olympiasieger trauerte nach der entscheidenden Niederlage im Kampf um den Gesamtsieg noch einmal dem Sprintrennen vom vergangenen Dienstag in seiner Münstertaler Heimat nach. Derweil er im Viertelfinal scheiterte, schafften alle vier seiner Konkurrenten den Finalvorstoss und liessen sich eine Menge Bonussekunden gutschreiben. «Das war auch ein bisschen Pech.» Den Eindruck von aussen, seine Form sei während der Tour stetig ein wenig schlechter geworden, will Cologna nicht teilen. «Ich habe immer noch das Gefühl, bei einzelnen Distanzrennen reüssieren zu können.» In früheren Jahren habe es vielleicht auch nur den Anschein gemacht, er sei laufend stärker geworden.

Titelverteidiger mit guter Ausgangslage

An der Spitze präsentierte sich Sundby in bestechender Form. Der Titelverteidiger schlug eine horrende Pace an und wurde dabei von Halfvarsson und Below gut unterstützt. Einzig Northug leistete wenig überraschend keine Führungsarbeit. Und weil sich der Norweger bis zum Schluss nicht abhängen liess, endete die Etappe, wie sie enden musste: mit einem unwiderstehlichen und letztlich siegbringenden Antritt Northugs 200 m vor dem Ziel. «Die anderen drei waren stärker heute. Ich war müde und versuchte, Kräfte für die letzte Runde zu sparen», meinte der Tour-Leader nach seinem zweiten Etappensieg in diesem Jahr.

Der Favorit auf den Gesamtsieg heisst aber weiterhin Sundby. Der 30-Jährige aus Oslo lief hinter Halfvarsson und vor Below als Dritter ein und gilt mit Blick auf die Schlussetappe hinauf zur Alpe Cermis als stärkster Kletterer. Sein Tagesziel, Dario Cologna vor der Weiterreise ins Val di Fiemme entscheidend zurückzubinden, hatte er zweifelsohne erreicht.

Im Gesamtklassement befinden sich nach dem Verfolgungsrennen von Toblach neben Cologna drei weitere Schweizer in den Top 30. Toni Livers verbesserte sich um fünf Positionen in den 19. Rang, Curdin Perl stiess dank der elftbesten Laufzeit auf Platz 24 vor, Jonas Baumann überholte sechs Konkurrenten und wird nun an 27. Stelle geführt.

(awe/Si)

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