Hohe Hürden für die Schweizer Langläufer
publiziert: Samstag, 19. Nov 2005 / 11:55 Uhr

Die Schweizer Langläufer nehmen am Wochenende in Beitostölen (No) zusammen mit ihren ausländischen Gegnern den Olympia-Winter in Angriff.

Reto Burgermeister will wieder für Überraschungen sorgen. (Bild: Archiv)
Reto Burgermeister will wieder für Überraschungen sorgen. (Bild: Archiv)
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Laurence Rochat, Seraina Mischol, Natascia Leonardi Cortesi, Ursina Badilatti, Gion Andrea Bundi, Reto Burgermeister, Christian Stebler und Toni Livers starten bei den Wettkämpfen, die den Langlauf-Weltcup 2005/06 richtig einläuten.

Der Prolog hat ja bereits stattgefunden: Rochat schaffte mit ihrem 12. Platz beim Sprint in Düsseldorf (De) Ende Oktober bereits die halbe Olympia-Selektion.

Der 8. Platz in der Staffel, eine Klassierung unter den besten 15 oder zwei Resultate unter den besten 25 Athleten (Frauen: Staffel 7. Rang, einmal Top 10 oder zweimal Top 20) bilden die Anforderungen in den Distanzrennen, einmal 8 oder zweimal 16 (Frauen: einmal 6 oder zweimal 12) im Sprint.

Ernüchternde Bilanz

«Wer diese Ergebnisse nicht erreicht, hat in Turin sowieso nichts verloren», sagt Reto Burgermeister. Grundsätzlich hat der Wahl-Davoser Recht.

Zieht man die Leistungen des letzten Winters bis zur Weltmeisterschaft in Oberstdorf (De) zu einem Vergleich heran, fällt die Bilanz allerdings ernüchternd aus.

Der Sprinter Christoph Eigenmann und Gion Andrea Bundi sowie Laurence Rochat und Seraina Mischol hätten die Kriterien erfüllt und wären für olympia-tauglich befunden worden.

Comeback von Reto Burgermeister

Langlauf-Chef Michel Antzemberger wäre nicht unglücklich, seine Athleten würden sich mit Einzelleistungen für die Olympischen Winterspiele empfehlen: «Die Kriterien sind hart. Ich spiele alle Karten und biete meinen Sportlern jedwelche Unterstützung. Wenn die Selektion 'nur' über die Staffel möglich ist, müssen wir dies halt akzeptieren.»

Reto Burgermeister brauche Rennen, um den Tritt wieder zu finden, hält Antzemberger zum früheren Paradepferd fest. Und: «Ich bin mir sicher, dass er zurückkommt.»

Meist überfordert

Im vergangenen Winter hatte sich «Burgis» Körper nicht mehr regenerieren können. Hatte der gelernte Maurer in den Wintern zuvor mit zwei 2. Weltcup-Rängen in Oberhof (De) und Oberstdorf geglänzt, lief er in der letzten Saison nur noch hinterher und war auch in Wettkämpfen von bescheidenem Niveau überfordert.

In der Zwischenzeit reagiert Burgermeisters Körper wieder besser auf Belastung. Der 30-jährige verbesserte im September seinen Rekord über 3000 m um zwei Sekunden auf 8:56 Minuten. Zudem konnte Burgermeister sein Trainingsprogramm praktisch ohne Beeinträchtigungen durchziehen.

Der Wahl-Davoser dürfte sich noch stärker als früher auf die klassische Lauftechnik konzentrieren.

Um die halbe Welt

Nie zuvor in der 25-jährigen Geschichte des Langlauf-Weltcups haben die Verantwortlichen des internationalen Ski-Verbandes (FIS) einen dermassen strapaziösen Kalender konzipiert. Im Dezember sind vier Rennen im Westen Kanadas angesetzt.

Weil die WM 2007 in Sapporo Testwettkämpfe bedingen, wird der Weltcup im März im Norden Japans abgeschlossen. Vier Tage vorher findet mit einem Sprint in Changchun erstmals ein Weltcup-Anlass in China statt.

In der Hierarchie der weltbesten Langläufer sind keine grossen Änderungen zu erwarten. Angesichts der Olympia-Wettkämpfe kommt dem Weltcup eine nebensächliche Bedeutung zu.

Eine Woche nach Abschluss der Olympischen Winterspiele figuriert erstmals der Vasaloppet im Programm, der weltgrösste und längste Volkslanglauf. Vier weitere Wettkämpfe in Schweden und Norwegen folgen sich Schlag auf Schlag.

Teilnahme obligatorisch

Als Test im Hinblick auf die für den Winter 2006/07 geplante «Tour de Ski» wollte Renndirektor Jürg Capol die Teilnahme an diesen fünf Rennen für obligatorisch erklären. Der Bündner erlitt eine erste Niederlage. Die Trainer setzten diesem Ansinnen Widerstand entgegen.

Die halbe Weltreise des Langlauf-Trosses fordert nicht nur die Athleten und ihre Betreuer, sondern auch die Landesverbände. Die Ausgaben steigen enorm. Der Kalender sei überladen, stellt Michel Antzemberger fest.

Die Konsequenzen aus Schweizer Sicht: Der Wasalauf wie auch die letzten Wettkämpfe in China und Japan werden aller Voraussicht nach nicht beschickt.

(von Toni Nötzli /Si)

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