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Hohes Infektionsrisiko in den Spitälern
publiziert: Montag, 3. Okt 2005 / 17:01 Uhr

Bern - Spitäler können auch krank machen. Auf den Intensivstationen zum Beispiel leidet fast jeder vierte Patient an einer Infektion, die er sich erst im Spital zugezogen hat.

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Ein Spitalaufenthalt kann plötzlich viel gefährlicher werden.
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Besorgniserregend sei der hohe Anteil an antibiotika-restistenten, MRSA-bedingten Infektionen, heisst es im Swiss-Noso-Bericht zur fünften nationalen Erhebung der im Spital erworbenen Krankheiten. MRSA steht für den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus.

Die Daten wurden zwischen dem 7. und 11. Juni 2004 erhoben. Erfasst wurden 50 (Vorjahr 57) Spitäler mit 7783 (8537) Patienten. Die Ergebnisse weichen nur unwesentlich von der Vorjahreserhebung ab.

Mit 23,5 Prozent am höchsten war der Anteil infizierter Patienten in den Intensivstationen, gefolgt von Chirurgie (8,3%), Medizin (5,6%), Gynäkologie (3,3%) und Geburtshilfe (2,2%). An der Spitze der häufigsten Infektionsarten stehen chirurgische Wundinfektionen (28,7%), Pneumonien (19,7%) und Harnwegsinfektionen (19,6%).

Kosten bis zu 300 Mio. Franken

Swiss-Noso schätzt die jährlichen Kosten der im Spital erworbenen Infektionen auf 150 bis 300 Millionen Franken. Die Zahl der direkt mit spitalerworbenen Krankheiten zusammenhängenden Todesfälle dürfte sich zwischen 1000 und 2000 bewegen, wie Hugo Sax von Swiss-Noso auf Anfrage sagte.

In diesem Jahr ersetzt eine nationale Händehygiene-Kampagne die jährliche Studie der spitalerworbenen Krankheiten, wie es in der Mitteilung von Swiss-Noso weiter heisst.

Nachlässiger Umgang mit der Hygiene

Eine im Juli 2004 veröffentlichte Studie des Genfer Professores Didier Pittet bescheinigte einem Teil der Ärzte tatsächlich einen nachlässigen Umgang mit Hygienevorschriften: 43 Prozent (von 163 beobachteten Ärzten) reinigten ihre Hände nicht korrekt, bevor sie einen Patienten untersuchten.

(smw/sda)

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