Hohes Unfallrisiko bei Dritte-Welt-Airlines
publiziert: Sonntag, 5. Sep 2010 / 20:14 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 5. Sep 2010 / 20:43 Uhr
Das Fliegen in Entwicklungsländern soll gemäss einer Studie 13 mal gefährlicher sein als in Industrieländern.
Das Fliegen in Entwicklungsländern soll gemäss einer Studie 13 mal gefährlicher sein als in Industrieländern.

Hanover/Berlin - Einer aktuellen Studie im Fachmagazin «Transportation Science» zufolge, ist das Fliegen in Entwicklungsländern 13 mal gefährlicher als in Industrieländern. Selbst in den Schwellenländern wie Indien oder Brasilien ist das Risiko, bei einem Flugzeugunglück ums Leben zu kommen, immer noch doppelt so hoch wie in Industrieländern.

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Der US-Experte Arnold Barnett von der Sloan School of Management am MIT hat dazu weltweite Aufzeichnungen über Flugzeugabstürze zwischen 2000 und 2007 ausgewertet. Das Risiko in einem Flugzeug aus den USA, Japan oder Irland zu verunglücken, beträgt eins zu 14 Mio. Das bedeutet, dass ein Mensch, der tagtäglich fliegt, nach 38.800 Jahren einen tödlichen Flugzeugabsturz erleben würde. Die Zahlen für Schwellenländer liegen etwa um das doppelte höher. Das Risiko in einem Entwicklungsland bei einem Flugunfall zu sterben beträgt hingegen eins zu 800.000.

Unfallstatistik erzählt nur Vergangenheit

«Eine Unfallstatistik taugt nur bedingt, um tatsächlich etwas über die Flugsicherheit auszusagen, denn diese blickt immer nur in die Vergangenheit», meint Siegfried Niedek, Präsident der Luftfahrtakademie und Flugsicherheitsexperte. «Was ein Passagier aber wissen will, ist die Zukunft.» Interessanter sind daher Berichte über Beinahe-Unfälle oder sonstige Zwischenfälle. Die tatsächliche Gefährdung liegt nämlich darin, wie viel Zwischenfälle eine bestimmte Fluglinie aufzuweisen hat.

«Dass Fliegen in Entwicklungsländern mit einem Risiko verbunden ist, bestätigen Pilotenverbände schon seit Jahren», erklärt Niedek. Dennoch dürfe man auch hier nicht über den Kamm scheren. Die Statistiken sollten zumindest Propeller von Düsenflugzeugen trennen und eine separate Kategorie für Frachtflugzeuge einführen. Niedek hält von Websites, die auch über Zwischenfälle wie Beinahe-Abstürze oder technische Defekte in ihren Datenbanken berichten, sehr viel. «Das sollte die Öffentlichkeit nämlich auch erfahren», erklärt der Experte.

Sicherheit hat zugenommen

Die Statistiken weisen daraufhin, dass die Sicherheit des Lufttransports in den vergangenen Jahren wieder deutlich gestiegen ist, meint Barnett. «Es gibt in der Zwischenzeit viele Monate im Jahr, in denen es keine Unfälle mit Passagierflugzeugen gibt.» Die Untersuchung von Barnett endet 2008, doch die Statistik scheint ihm Recht zu geben, denn 2010 hat es bis Anfang September acht Flugzeugunglücke gegeben. Alle geschahen in Entwicklungsländern.

(bang/pte)

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