Privatbankier bricht Schweigen
Holenweger prüft Klage gegen den Bund
publiziert: Samstag, 3. Dez 2011 / 11:40 Uhr
Holenweger wirft der Bundesanwaltschaft grobe Fehler vor.
Holenweger wirft der Bundesanwaltschaft grobe Fehler vor.

Bern - Acht Jahre nach seiner Verhaftung wegen Verdachts auf Geldwäscherei und knapp eine Woche, nachdem die Bundesanwaltschaft auf den Weiterzug des Freispruchs verzichtet hatte, bricht Privatbankier Oskar Holenweger sein Schweigen. Er prüft eine Schadenersatzklage.

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In einem Interview mit der Wochenendbeilage «Das Magazin» des Tamedia-Verlags erklärte Holenweger, er prüfe nach dem «Justizskandal» eine Staatshaftungsklage gegen die Eidgenossenschaft.

Dabei gehe es im Endeffekt um Schadenersatz für das ihm in den letzten acht Jahren entgangene Einkommen, um den Verlust beim Verkauf seiner Tempus Privatbank mit Verlust und weiteres.

Den Verkauf hatte die damalige Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) verfügt. Allein seinen Einkommensverlust hatte Holenweger vor Bundesstrafgericht auf drei Millionen Franken beziffert.

Bank nicht in Schieflage

Der Privatbankier bestreitet, dass sein Institut zum Zeitpunkt der Verhaftung und des Verfahrens in Schieflage war. Das Gerücht habe die Bundesanwaltschaft bewusst gestreut, um ihm ein Motiv zu unterschieben. Die Bank sei jung gewesen, nach einer bereits beschlossenen Kapitalerhöhung wäre Ende 2003 der break-even gekommen.

Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft unter Valentin Roschacher bezeichnete Holenweger in dem Interview als fehlgeleitet. Bereits 48 Stunden nach seiner Verhaftung hätte aufgrund eines Berichts des Prüfunternehmens KPMG klar sein müssen, dass seine Bank nie in Geldwäscherei verwickelt war. Die Prüfung sei von der EBK veranlasst worden.

Zum Einsatz des V-Mannes Ramos sagte Holenweger, die Einschleusung sei vom Roschacher-Nachfolger und damaligen Chef Bundeskriminalpolizei Erwin Beyeler unterstützt worden. Beide Bundesanwälte seien tief in den Fall involviert.

Statt nach der Entlarvung des Spitzels als Hochstapler Marschhalt zu befehlen, hätten sie immer weiter untersucht in der Hoffnung, etwas lasse sich schon finden. Das sei zutiefst unprofessionell. Jeder «Dorfpolizist» hätte anders gehandelt.

Der Vorwurf, er habe für Drogenkartelle gearbeitet und Kontakt zum Drogenbaron Pablo Escobar gehabt, sei dermassen absurd, dass die Falschheit des Anfangsverdachts schnell hätte einleuchten sollen. Seine Bank habe keine Kunden aus Lateinamerika gehabt.

(dyn/sda)

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Das sollte
Hr. Hollenweger unbedingt tun. Es geht nicht an dass Verteter des Staates wider besseres Wissen arbeitende steuerzahlende Bürger verleumden, bedrohen, Gerichte vorsätzlich und mehrfach belügen und gar noch Dokumente fälschen und so dem Straftatenopfer hunderttausende von Franken Kosten verursachen und den Arbeitsplatz kosten. Hier muss den Straftatenopfer der gesamte Schaden der durch schwerkriminelle Straftäter verursacht wurde vollumfänglich ersetzt werden. Dazu sind sämtliche Strafakten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen da das öffentliche Interesse höher zu gewichten ist als das schwerkriminelle Verhalten überführter Straftäter. Die Öffentlichkeit hat ein Anrecht darauf zu erfahren was kriminelle Straftäter in der CH mit unbescholtenen arbeitenden Bürger treiben. Hier müssen die kriminellen Straftäter aus der Anonymität gerissen werden um sie zu identifizieren und um sie strafrechtlich vorzuknöpfen. Ohnehin eine bodenlose Unverschämtheit was sich schwerkriminelle Straftäter inzwischen Erlauben in der CH.
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