Klimaschutz an höchster Stelle
Hollande mahnt eindringlich Einigung bei UNO-Klimakonferenz an
publiziert: Montag, 30. Nov 2015 / 13:22 Uhr / aktualisiert: Montag, 30. Nov 2015 / 14:35 Uhr

Paris - Frankreichs Staatschef François Hollande hat zu Beginn der UNO-Klimakonferenz ein ehrgeiziges Abkommen angemahnt. «Nie zuvor stand bei einem internationalen Treffen so viel auf dem Spiel, denn es geht um die Zukunft des Planeten, die Zukunft des Lebens», sagte er.

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In den kommenden Tagen würden Entscheidungen «für mehrere Jahrzehnte» getroffen, es dürfe daher nicht bei «gut gemeinten Absichtserklärungen» bleiben, betonte Hollande am Montag zum Auftakt der Konferenz in Le Bourget bei Paris.

An die Delegierten gerichtet sagte Hollande: «Auf Ihren Schultern ruhen die Hoffnungen der gesamten Menschheit.» Diese Hoffnungen dürften nicht enttäuscht werden, vielmehr müsse die Klimakonferenz der Ausgangspunkt für einen «tiefgreifenden Wandel» sein.

Bei den zweiwöchigen Beratungen soll ein international verbindliches Klimaschutzabkommen beschlossen werden. Ziel ist eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, von dem Treffen müsse ein kräftiger Schub ausgehen. Die vorliegenden Verpflichtungen von mehr als 180 Nationen zur Reduzierung von Treibhausgasen seien ein guter Start. Sie reichten aber nicht aus, um den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen. Dafür müsse man schneller und umfassender vorankommen.

«Geht auch um den Weltfrieden»

Hollande verwies auf die komplexen Folgen der Klimaerwärmung. Bei den Gesprächen in Paris gehe es auch um den Weltfrieden. Der Kampf gegen den Terrorismus und gegen die Klimaerwärmung seien nicht voneinander zu trennen seien.

Dies seien zwei globale Herausforderungen, die in Angriff genommen werden sollten. Denn «wir müssen unseren Kindern nicht nur eine Welt ohne Terror hinterlassen, sondern wir schulden ihnen auch eine Welt, die vor Katastrophen geschützt wird».

Zum Auftakt der Konferenz reisten rund 150 Staats- und Regierungschefs nach Paris, unter ihnen US-Präsident Barack Obama, der chinesische Staatschef Xi Jinping und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Für die Schweiz reiste Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga nach Paris.

Diplomaten und Umweltschützer äusserten sich vor Konferenzbeginn vorsichtig optimistisch zu den Erfolgschancen. Unklar ist unter anderem, wie verbindlich und ehrgeizig das geplante Abkommen ausfallen wird.

Initiative zur Förderung grüner Technologien

Die Staats- und Regierungschefs sollten am Montag in zwei verschiedenen Sälen jeweils für drei Minuten ihre Klimaziele formulieren. Am Rande der Konferenz wollen zahlreichen Länder auch eigene Initiativen zum Klimaschutz vorstellen.

So präsentieren US-Präsident Barack Obama, Microsoft-Gründer Bill Gates und zahlreiche Regierungschefs am Nachmittag eine Initiative, mit der 20 Staaten ihre Mittel für Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energien für fünf Jahre verdoppeln wollen. Auch private Investoren um Gates wollen dafür Mittel bereitstellen. Die Schweiz figuriert nicht unter den Teilnehmern.

Nach der jüngsten Serie von Terroranschlägen in Paris und Saint-Denis herrscht in Frankreich ein Ausnahmezustand mit extrem verschärften Sicherheitsbestimmungen. Zudem war zu Beginn der UNO-Klimakonferenz der Verkehr in der Millionenmetropole deutlich eingeschränkt, wichtige Autobahnabschnitte zu den Flughäfen waren zeitweise für die Delegationen reserviert. Demonstrationen im Grossraum Paris sind während der gesamten Zeit verboten.

(pep/sda)

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