Hollywoods Badenixe wird 80
publiziert: Sonntag, 3. Aug 2003 / 11:30 Uhr

Los Angeles - Hollywoods berühmteste Badenixe Esther Williams stieg schon vor 40 Jahren aus dem Filmgeschäft aus. Doch als leidenschaftliche Schwimmerin zieht die Wassergöttin der 40er und 50er Jahre in ihrem Pool in Beverly Hills noch täglich ihre Bahnen.

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Esther WilliamsEsther Williams
Williams, die am Freitag, 8. August, 80 Jahre alt wird, war Profisportlerin und Weltrekordhalterin über 100-Meter-Brustschwimmen, bevor sie ins Showbusiness wechselte und als "Hollywoods Meerjungfrau" saubere Erotik auf die Leinwand zauberte.

Von klein auf war die gebürtige Kalifornierin eine begeisterte Wasserratte, mit 17 gehörte sie der US-Frauen-Meister-Staffel an und qualifizierte sich für die Olympiade.

Doch der Zweite Weltkrieg machte ihre Träume zunichte: Die Olympischen Spiele in Tokio fielen 1940 aus, und Williams zog sich aus dem Profisport zurück.

Die Wasserschönheit konnte sich damit trösten, dass ihre Pin-Up-Fotos in hunderttausenden Soldaten-Schränken hingen und sie für die Revue-Show "Aquacade" mit Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller als schwimmende Ballerina entdeckt wurde.

"Badende Venus"

Auf erste Filmangebote reagierte sie zögerlich. "Solange ich im Wasser bin, bin ich okay", sagte sie - "aber im Film kann ich doch nicht dauernd im Wasser sein!".

Doch das mächtige Hollywoodstudio MGM köderte die Badenixe mit einem lukrativen Vertrag und drehte über 20 Filme, meist harmlose Komödien mit spektakulären Unterwasserszenen.

Titel wie "Badende Venus" (1944), "Auf einer Insel mit dir" (1949), "Die goldene Nixe" (1952) und "Jupiters Liebling" (1955) sprechen für sich.

Während einige Kritiker ihre Anmut und Ausstrahlung lobten, lästerte ein Filmbesprecher: "Nass ist sie ein Star, trocken ein Niemand".

Nach dem Ende ihrer Leinwandkarriere, Anfang der 60er Jahre, entdeckte die Schauspielerin ihr unternehmerisches Talent.

Sie brachte Esther-Willams-Swimmingpools auf den Markt, entwarf Badeanzüge, wurde Inhaberin von Restaurants und eröffnete eine Schwimmschule für Babys.

"The Million Dollar Mermaid"

Inzwischen präsentiert die geschäftstüchtige Millionärin ihre Bademoden-Kollektion im Internet, die sie weltweit verkauft.

Vier Mal war sie verheiratet, darunter mit dem Latinostar Fernando Lamas, der 1982 starb. Ihren vierten Ehemann, Edward Bell, lernte sie bei den Olympischen Spielen 1984 kennen.

1999 sorgte die dreifache Grossmutter in der Filmmetropole wieder für heissen Gesprächsstoff: In ihren Memoiren "The Million Dollar Mermaid" packt sie über die Umtriebe hinter den scheinbar sauberen Kulissen Hollywoods in der goldenen Ära aus.

(Barbara Munker/dpa)

 
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