Holocaust-Leugner Seminarleitung entzogen
publiziert: Montag, 9. Feb 2009 / 07:06 Uhr / aktualisiert: Montag, 9. Feb 2009 / 18:17 Uhr

Buenos Aires - Die erzkonservative katholische Pius-Bruderschaft hat den Holocaust-Leugner Richard Williamson als Leiter eines Priesterseminars in Argentinien abgesetzt.

Hartnäckiger Holocaust-Leugner: Richard Williamson.
Hartnäckiger Holocaust-Leugner: Richard Williamson.
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Bischof Williamson sei von seinen Pflichten an der Spitze des Seminars La Reja entbunden worden, teilte das Oberhaupt der Bruderschaft Pius X. in Lateinamerika, Pater Christian Bouchacourt, am Sonntag mit.

«Monsignore Williamsons Äusserungen reflektieren in keiner Weise die Haltung unserer Gemeinschaft», hiess es in der Erklärung Bouchacourts weiter.

Empörung ausgelöst

Papst Benedikt XVI. hatte Williamson und drei weitere exkommunizierte Bischöfe der Pius-Priestergemeinschaft am 24. Januar teilweise rehabilitiert und damit in vielen Ländern Empörung und Sorge über die Zukunft des katholisch-jüdischen Dialogs ausgelöst.

Am Mittwoch forderte der Vatikan Williamson auf, seine Leugnung des Holocausts unmissverständlich und öffentlich zurückzunehmen. Dies lehnte der 68-Jährige vorerst ab. «Er sei weder tot, noch liege er im Sterben oder sei in den Ruhestand getreten», schrieb er in seinem Internetblog Dinoscopus über sich selbst in dritter Person.

Auskünfte verweigert

Williamson leitet seit 2003 das Priesterseminar in dem Ort La Reja westlich von Buenos Aires. Dort war er während der Messe am Sonntag wie schon in den Tagen zuvor weder zu sehen noch zu sprechen.

Andere Priester verweigerten jede Aussage zu seinem Aufenthalt und jeden Kommentar zu Williamsons Leugnung der Ermordung von sechs Millionen Juden während der Nazi-Diktatur. Dies sei dessen «Privatsache», hiess es gleichlautend.

(ht/sda)

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