Holocaust: Zurich und Winterthur zahlen 3,3 Mio. Dollar
publiziert: Montag, 30. Apr 2007 / 12:45 Uhr

Bern - Die Versicherungen Zurich und Winterthur haben rund 3,3 Mio. Dollar (etwa 4 Mio. Franken) an Überlebende des Holocaust und deren Erben ausbezahlt. Dies geschah im Rahmen des Entschädigungsverfahrens der so genannten Eagleburger-Kommission.

Die Internationale Kommission für Versicherungsansprüche aus der Holocaust-Zeit (ICHEIC) muss viele Fälle untersuchen.
Die Internationale Kommission für Versicherungsansprüche aus der Holocaust-Zeit (ICHEIC) muss viele Fälle untersuchen.
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Zu einem Bericht der «NZZ am Sonntag» erklärte eine Sprecherin der Zurich Financial Services, der Versicherer habe rund 23 000 Anfragen im Zusammenhang mit nicht ausbezahlten Versicherungspolicen von möglichen Holocaust-Opfern erhalten. 304 Policen konnten der Zurich zugeordnet werden.

Die Versicherung ging schliesslich, in Übereinstimmung mit den Richtlinien der Kommission, auf rund 130 Forderungen ein. Die zahlte an die Berechtigten insgesamt über 2,4 Mio. Dollar.

Die Winterthur trat auf 137 Forderungen ein. Sie zahlte knapp 880 000 Dollar an Berechtigte aus.

Zudem zahlte die Versicherung im Zusammenhang mit nachrichtenlosen Versicherungspolicen noch weitere Beträge an humanitäre Organisationen, wie ein Winterthur-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur SDA darlegte. Einen genaueren Betrag nannte er nicht.

Untersuchung ausbezahlter Lebensversicherungen

1998 hatten die deutsche Versicherung Allianz, die französische Axa, die Schweizer Versicherer Winterthur und Zurich sowie die italienische Generali zusammen mit jüdischen Organisationen eine Kommission (ICHEIC) eingesetzt.

Dieses Gremium unter dem Vorsitz des früheren US-Aussenministers Lawrence Eagleburger untersuchte Ansprüche auf nicht ausbezahlte Lebensversicherungen von Holocaustopfern.

Laut dem Abschlussbericht von Ende März 2007 bearbeitete die Kommission insgesamt über 90 000 Gesuche. 48 000 Gesuchsteller erhielten schliesslich total über 300 Mio. Dollar.

(dl/sda)

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