Kinder des Partners adoptieren
Homo-Paare sollen Kinder adoptieren können
publiziert: Donnerstag, 13. Dez 2012 / 12:20 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 13. Dez 2012 / 13:40 Uhr
Homosexuelle sollen Kinder des Partners adoptieren dürfen
Homosexuelle sollen Kinder des Partners adoptieren dürfen

Bern - Nach dem Willen des Parlaments sollen auch homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen. Der Nationalrat will das Adoptionsrecht aber auf das Kind des jeweiligen Partners beschränken. Er hat eine Motion aus dem Ständerat am Donnerstag in abgeänderter Form angenommen.

6 Meldungen im Zusammenhang
Heute schliesst das Partnerschaftsgesetz die Adoption durch eingetragene gleichgeschlechtliche Paare ausdrücklich aus. Ein Adoptionsrecht hätte die Vorlage in der Referendumsabstimmung 2005 sehr wahrscheinlich zu Fall gebracht.

Diese Lösung, die sich am politisch Machbaren orientierte, führt jedoch zu einer absurden Rechtslage: Die Adoption durch homosexuelle Einzelpersonen ist heute erlaubt, nicht aber die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare in eingetragener Partnerschaft.

«Regenbogen-Kinder»

Dies und die wachsenden Anzahl so genannter «Regenbogen-Familien» veranlasste die Rechtskommission des Ständerats zu einer Motion. Alle Erwachsenen sollen ungeachtet von Zivilstand und Lebensform, ein Kind adoptieren können, wenn dies für das Kindeswohl die beste Lösung darstellt. In einem knappen Entscheid nahm der Ständerat die Motion im letzten März an.

Schon der Vorstoss in der Version der kleinen Kammer hält fest, dass insbesondere Kinder des jeweiligen Partners gemeint sind. Der Nationalrat hat die Motion auf Antrag seiner Rechtskommission nun ausdrücklich auf diese Fälle eingeschränkt: Adoptiert werden dürfen nur die Kinder der Partnerin oder des Partners.

Nach Schätzungen wachsen in der Schweiz mehrere tausend Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften auf. Kommissionssprecher Andrea Caroni (FDP/AR) betonte, dass die Motion allein den Spezialfall betreffe, dass ein Kind nur noch einen Elternteil habe - sei es, weil der andere Elternteil verstorben ist oder weil er sich nicht mehr um das Kind kümmert. «Niemandem wird ein Kind weggenommen», sagte Caroni.

Mit der Adoption könne dem Kind zwar kein biologischer, aber doch ein rechtlicher Elternteil zurückgegeben werden. Damit soll die Rechtsstellung von Kindern, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, insbesondere im Unterhalts- und Erbrecht verbessert werden.

Grundsätzliche Bedenken

Vor allem Vertreter von SVP und CVP sowie einigen Mitgliedern der FDP bekundeten jedoch Mühe mit der Vorstellung, dass ein Kind zwei Väter oder zwei Mütter haben soll. Oskar Freysinger (SVP/VS) betonte zwar, dass es nicht um die sexuelle Ortientierung der Eltern gehe. Aber nur dank dem Zweigespann Vater-Mutter könne das Kind seine Herkunft nachvollziehen, was für die Identifikation wichtig sei.

Eine Minderheit der FDP lehnte die Motion ebenfalls ab: Die Natur wolle, dass Kinder eine Mutter und einen Vater hätten und nicht zwei Mütter oder zwei Väter, sagte Christian Lüscher (FDP/GE). «Als Gesetzgeber können wir den Lauf der Natur nicht ändern.» Zur Lösung der sorge- und unterhaltsrechtlichen Probleme verwiesen die Kritiker auf das Vormundschaftsrecht.

Mit der Ablehnung der Motion werde keine einzige Regenbogenfamilie verhindert, hielt ihnen Caroni entgegen. Andere Sprecherinnen und Sprecher der Linken und der liberalen Fraktionen zeigten sich überzeugt, dass gleichgeschlechtliche Paare ebenso gut wie heterosexuelle Paare in der Lage seien, Kinder aufzuziehen. Diese gediehen gut, sagte Margret Kiener-Nellen (SP/BE).

Bundesrat zurückhaltend

Der Bundesrat hatte aus Gründen der Opportunität die Ablehnung der Motion beantragt. Er bot aber an, eine Revision des Partnerschaftsgesetzes vorzulegen mit dem Ziel, die Stiefkindadoption für Paare in eingetragener Partnerschaft zuzulassen.

Damit soll eine Ungleichbehandlung von Stiefkindern in ehelichen Gemeinschaften und in eingetragenen Partnerschaften verhindert werden. Die abgeänderte Motion geht nun zurück an den Ständerat.

(alb/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Karlsruhe - Homosexuelle in Deutschland, die in einer eingetragenen Partnerschaft ... mehr lesen
Homosexuelle in Deutschland, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, dürfen ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren.
Bei der Einführung der eingetragenen Partnerschaft wurde die Adoption explizit ausgeschlossen. (Symbolbild)
Bern - Die ständerätliche Rechtskommission will Homosexuellen erlauben, das Kind ihrer Partnerin oder ihres Partners zu adoptieren. Sie stimmte einer eigenen Motion erneut zu, nachdem ... mehr lesen
Rom - Italiens oberstes Gericht hat in einem historischen Urteil entschieden, dass auch homosexuelle Paare Kinder aufziehen können. mehr lesen 
Strassburg - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat sich am ... mehr lesen
In der Schweiz dürfen Ehepaare sowie Einzelpersonen Kinder adoptieren, wenn sie gewisse Voraussetzungen erfüllen. (Symbolbild)
Bern - Auch gleichgeschlechtliche Paare sollen Kinder adoptieren dürfen. Der Ständerat hat am Mittwoch mit 21 zu 19 Stimmen eine Motion angenommen, die dies verlangt. Im Vordergrund steht die Stiefkind-Adoption, also die Adoption von Kindern der Partnerin oder des Partners. mehr lesen  2
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Auch homosexuelle Paare sollen Kinder adoptieren dürfen. Die Rechtskommission des Ständerates (RK) hat ohne Gegenstimme beschlossen, einer entsprechenden Petition Folge zu geben. Sie will nun den Bundesrat, die erforderlichen Gesetzesänderungen vorzulegen. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen 3
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen ... mehr lesen  
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Unternehmenssteuerreform  Bern - Bei der Unternehmenssteuerreform III will der Ständerat der Wirtschaft weniger weit entgegenkommen als der Nationalrat. Die kleine Kammer hat am Montag die Interessen der Kantone im Auge behalten und verschiedene Steuervergünstigungen für Unternehmen abgelehnt. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich -1°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel -1°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 6°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern -2°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern -1°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 1°C 7°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 0°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten