Rückschlag für die Stadt Zürich
Hütten für Flüchtlinge haben Brandtest nicht bestanden
publiziert: Freitag, 18. Dez 2015 / 19:26 Uhr
Die Selbstbau-Häuschen sind zu gefährlich.
Die Selbstbau-Häuschen sind zu gefährlich.

Zürich - Die Selbstbau-Häuschen, welche die Stadt Zürich für Asylsuchende in der Messehalle 9 in Zürich-Oerlikon einrichten wollte, sind zu gefährlich. Sie haben den Brandtest der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich nicht bestanden. Die Stadt muss eine neue Lösung finden.

4 Meldungen im Zusammenhang
Am gleichen Tag, an dem das Stadtzürcher Sozialdepartement darüber informierte, dass es in einer Messehalle ab Januar 250 Asylsuchende in Ikea-Häuschen unterbringen will, wurde von der Kantonalen Gebäudeversicherung (GVZ) ein Brandtest mit den Wohneinheiten durchgeführt.

Das Resultat ist ernüchternd: Die Ergebnisse der Tests hätten starke Zweifel an der Einsatzfähigkeit der Wohneinheiten aufkommen lassen, heisst es in einer Mitteilung der Stadt vom Freitagnachmittag. «Nach momentanem Erkenntnisstand wäre die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner bei einer Verwendung der 'Shelter' nicht gewährleistet.»

«Wir haben der Stadt unsere Bedenken bereits am Mittwoch mitgeteilt», sagte Kirstin Steyer, Kommunikationsverantwortliche der GVZ, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Sie hätten Hinweise aus Deutschland gehabt und sofort einen Brandtest angeordnet. «Über dessen Ergebnis haben wir die Stadt am Freitagmorgen um 8 Uhr informiert.»

Dennoch hatte Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) zusammen mit der Zürcher Asylorganisation (AOZ) um 10 Uhr den Medien den Aufbau der geplanten 62 Ikea-Häuschen und ihre Unterbringungspläne präsentiert. Am 4. Januar hätten die ersten Asylsuchenden in die Häuschen in der Messehalle einziehen sollen.

«Das Ergebnis der Brandtests hat uns überrascht», sagte Golta am Nachmittag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Schliesslich seien die «Shelters» weltweit bereits mehrfach im Einsatz. Die bisherigen feuerpolizeilichen Abklärungen hätten ergeben, dass der Einsatz der Häuschen in der Halle 9 möglich sei.

Gestützt auf ein Gutachten aus Schweden sei man davon ausgegangen, dass die Unterkünfte den Anforderungen an den Brandschutz genügten, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung von Stadt und AOZ.

Auch der Kanton Aargau wollte diese Häuschen

Sicher ist für
Golta: «Die neusten Erkenntnisse werden uns wohl tatsächlich einige Tage, vielleicht sogar Wochen zurückwerfen.» Die AOZ prüfe bereits alternative Wohneinheiten, um möglichst rasch Unterkünfte für 250 Flüchtlinge in der Messehalle einrichten zu können. Die bereits aufgebauten Unterkünfte werden wieder entfernt.

Die so genannten «Shelters» sind Selbstbau-Hütten, die von der Ikea-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge UNHCR entwickelt wurden. Sie werden weltweit eingesetzt, zur Zeit etwa in Griechenland zur Bewältigung der Flüchtlingsströme.

Auch der Kanton Aargau wollte in Frick 300 Asylsuchende in den so genannten «Shelter» unterbringen. Das Departement für Gesundheit und Soziales entschied nun jedoch aufgrund der neusten Erkenntnisse aus Zürich, ebenfalls auf den Indoor-Einsatz der «Shelters» zu verzichten, wie es in einer Mitteilung heisst.

(cam/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Nach dem Flop mit den Ikea-Häuschen ist die Ersatzlösung aus ... mehr lesen 1
In einem ersten Schritt ziehen rund 30 Flüchtlinge in die Holzhäuschen.
Stockholm - Die Ikea-Stiftung hat am ... mehr lesen
Tests hätten gezeigt, dass das Material das erforderliche Sicherheitsniveau gar überschreite
Eine Hütte kostet mit einer einfachen Einrichtungen rund 1500 Franken. (Archivbild)
Zürich - Die so genannten «Shelter», welche die Stadt Zürich für Asylsuchende in einer Messehalle einrichten wollte, genügen den Branschutzbestimmungen nicht. Es ist deshalb ... mehr lesen 1
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Judith Bellaiche setzt sich als Wirtschafspolitikerin konsequent für Innovation und Digitalisierung ein.
Judith Bellaiche setzt sich als Wirtschafspolitikerin konsequent für ...
Judith Bellaiche vertritt die ICT Branche  Kürzlich wurde die neue Geschäftsführerin von Swico, Judith Bellaiche, von ihrer Partei als Nationalratskandidatin nominiert. Der Vorstand freut sich - und hofft auf ein positives Wahlergebnis. mehr lesen 
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels. Während zwei Monaten wird der ... mehr lesen 1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen  3
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen ... mehr lesen  
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 8°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Basel 9°C 16°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 9°C 14°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 9°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
Luzern 7°C 15°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
Genf 6°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wolkig, aber kaum Regen
Lugano 5°C 15°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten