Humanitäre Hilfe gefährdet
publiziert: Freitag, 4. Aug 2006 / 17:37 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Aug 2006 / 18:13 Uhr

Beirut/Brüssel - Die jüngste israelischen Angriffe haben Hilfstransporte weitgehend zum Erliegen gebracht.

Ein Konvoi des UNHCR mit steckt fest. (Archivbild)
Ein Konvoi des UNHCR mit steckt fest. (Archivbild)
4 Meldungen im Zusammenhang
Israel zerstörte drei Brücken der Küstenschnellstrasse von Beirut. Die wichtigste Nachschublinie in die am schwersten betroffenen Gebiete im Süden des Landes sei unterbrochen, sagte Astrid van Genderen Stort vom UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.

Ein Konvoi aus acht Lastwagen mit Lebensmitteln, Material für Notunterkünfte und anderen Hilfsgütern steckt dadurch fest.

«Die ganze Strasse ist weg», sagte van Genderen Stort, «das ist wirklich ein grosser Rückschlag, denn wir nutzten sie, um Personal und Güter ins Land zu bringen.» Ohne diese Möglichkeit sei die Hilfsorganisation praktisch gelähmt.

Ernste Probleme zu erwarten

Wegen der Bombenangriffe war das UNHCR auch gezwungen, seine Erkundungsfahrten in Beirut einzustellen. Dort leben schätzungsweise 400 000 Flüchtlinge in Schulen, Parks und bei Beiruter Familien.

Das UNO-Welternährungsprogramm (WFP) sagte geplante Transporte in den Süden Libanons nach Tyrus und Raschidije ab, weil die Fahrer wegen der Bombardements in Beirut nicht zu den Treffpunkten gelangten.

Die Hilfsorganisationen warnen zudem, dass die schwindenden Treibstoffvorräte schon bald zu weiteren ernsten Problemen führen könnten: Stromversorger, Wasserwerke und Spitäler würden gezwungen, ihre Arbeit einzustellen.

Medizinischer Notstand

Auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen bezeichnete die Lage besonders im Süden des Lande als dramatisch. Dort sei es für Zivilisten fast unmöglich, die stark umkämpften Gebiete zu verlassen und Hilfe in Spitälern zu suchen.

Teilweise bringe die Organisation medizinisches Material mit Taxis in die Spitäler, könne damit aber nicht den enormen Bedarf an Hilfsgütern decken. Ärzte ohne Grenzen hat in mehreren Orten Hilfsprojekte gestartet.

Nach Angaben der Organisation sind insgesamt rund 30 internationale Mitarbeiter aktiv. In Beirut und Tyrus etwa leisten Ärzte mit mobilen Kliniken Hilfe.

Die Europäische Union (EU) zeigte sich nach der Unterbrechung der wichtigen Strassenverbindungen durch israelische Luftangriffe «besorgt» über künftige Hilfslieferungen. «Wir haben den Eindruck, dass das, was wir für einen sicheren Korridor hielten, nicht mehr sicher ist», sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Bei den Beratungen ... mehr lesen
Ein Beschluss des Sicherheitsrats gilt als Voraussetzung für ein Ende des Blutvergiessens.
Bei den Angriffen starb ein libanesischer Soldat. (Archivbild)
Jerusalem - Die israelische Armee ... mehr lesen
Beirut/New York - Israelische ... mehr lesen
In den Vororten Beiruts vermuten die Israelis weitere Hisbollah-Milizen. (Archivbild)
Tel Aviv/Beirut - Bei einem israelischen Luftangriff im ostlibanesischen Bekaa-Tal nahe der syrischen Grenze sind am mindestens 25 Zivilisten getötet worden. Offenbar wurden bei dem Angriff Lastwagen und ein Grenzposten getroffen. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch 500'000 durch den Konflikt entwurzelte Menschen verzeichnet. mehr lesen  
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. Die Stadt Wil wurde von Pro Infirmis Schweiz als Pilotgemeinde ausgewählt. Bereits wurden 100 Objekte erfasst. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 3°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Basel 6°C 14°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
St. Gallen 7°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Bern 4°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Luzern 4°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Genf 5°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Lugano 2°C 14°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten