Humanitäre Lage in Syrien ist besorgniserregend
publiziert: Samstag, 4. Aug 2012 / 10:00 Uhr / aktualisiert: Samstag, 4. Aug 2012 / 11:45 Uhr
Flüchtlinge werden nach Ausbruch der Kämpfe in Aleppo erneut vertrieben.
Flüchtlinge werden nach Ausbruch der Kämpfe in Aleppo erneut vertrieben.

Genf/Damaskus - Angesichts der Eskalation des Bürgerkrieges in Syrien hat das Rote Kreuz die Regierung und die Rebellen in einem dringenden Appell aufgefordert, Zivilisten zu verschonen.

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«Wir rufen alle an den Kämpfen beteiligten Gruppen zur Beachtung der Pflichten auf, die sich für sie aus dem humanitären Völkerrecht ergeben», erklärte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Samstag in Genf und Damaskus.

Humanitäre Organisationen beklagten, dass es immer wieder zu Angriffen auf Zivilisten sowie auf Helfer und deren Ausrüstungen komme. So seien inzwischen fünf Mitarbeiter des Syrischen Arabischen Halbmonds (SARC) getötet und zahlreiche Ambulanzen beschossen oder geraubt worden, sagte der IKRK-Verantwortliche für den Nahen und Mittleren Osten, Robert Mardini.

Das IKRK zog daher einen Teil seiner 24 Delegierten für Syrien auf unbestimmte Zeit ab. Sie wurden nach Beirut in den Libanon geschickt, um dort abzuwarten, bis sich die Sicherheitslage verbessert.

Frankreich fordert humanitäre Hilfe

Um die humanitäre Situation in Syrien zu lindern, fordert Frankreich vom UNO-Sicherheitsrat mehr Hilfe. Auf politischem Gebiet werde es angesichts der Blockade Russlands und Chinas weiter schwierig sein voranzukommen, sagte der französische UNO-Botschafter Gérard Araud am Samstag dem Radiosender Europe 1.

Im Bereich der Nothilfe seien aber Fortschritte möglich. Bereits früher hatte Frankreich die Einrichtung eines «humanitären Korridors» vorgeschlagen, über den Hilfe ins Land gebracht werden könnte.

«Wir werden versuchen, Russland und China wenigstens bei den humanitären Fragen auf unsere Seite zu bekommen», betonte Araud, der jüngst den monatlich wechselnden Vorsitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen übernommen hatte. «Es gibt derzeit drei Millionen Syrier, denen es an Nahrungsmitteln und Medikamenten fehlt.»

(asu/sda)

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