Hundehalter und Tierschützer zufrieden
publiziert: Donnerstag, 13. Apr 2006 / 08:06 Uhr

Bern - Hundehalter, Tierschützer und Veterinäre sind mit den Massnahmen des Bunderates gegen gefährliche Hunde zufrieden.

Boulevardblätter machten Stimmung für ein Kampfhundverbot, der Bundesrat widerstand.
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Ganz anders der «Blick», der in einer von ihm lancierten Petition ein Verbot von agressiven Hunden gefordert hatte.

«Der Bundesrat ist offensichtlich handlungsunfähig», sagte Rolf Cavalli, stellvertretender Chefredaktor des Boulvardblattes «Blick», am Mittwoch auf Anfrage. Ein Verbot bestimmter Rassen wäre eine gute und schnell umsetzbare Massnahme gewesen. Was jetzt passiert sei, werde zu vermehrter Politikverdrossenheit führen.

Enttäuscht zeigte sich auch die Präsidentin der nationalrätlichen Wirtschaftskommission Kathy Riklin (CVP/ZH). «Der Berg hat einen Maus geboren», sagte sie auf Anfrage. Eine in ihrer Kommission entstandene und kurz darauf überwiesene Motion wollte ein Verbot bestimmter Rassen nicht ausschliessen.

«Halter von Pitbulls sind oft gesellschaftliche Aussenseiter», sagte Ricklin. Es werde schwierig, mit ihnen über Verantwortung zu sprechen.

Scheinlösung

Christophe Darbellay, Präsident der Gesellschaft Schweizerischer Tierärzte, hingegen ist froh, dass sich der Bundesrat dem Druck der Boulvardmedien hat entziehen können. Für die Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (SKG) wäre ein Pitbullverbot nur eine Scheinlösung gewesen.

«Es ist richtig, beim einzelnen Hund anzusetzen», sagte deren Sprecherin Verena Amman auf Anfrage. Deshalb begrüsse die SKG eine Meldepflicht von Bissen oder anderem aggressivem Verhalten von Hunden. Auch eine obligatorische Haftpflichtversicherung für Hundehalter befürwortet die SKG. Würde der Bundesrat aber eine Kausalhaftung einführen, wäre das unverhältnismässig. «Wenn ein Halter an einem Hundebiss nicht schuld ist, soll er nicht bestraft werden», sagte Amman.

Die Stiftung für das Tier im Recht wandte sich an die Kantone, deren Bestimmungen weiter gehen, als die vom Bunderat beschlossenen Massnahmen. Übermässig restriktive Gesetze sollten nun so rasch wie möglich den Vorgaben des Bundes angepasst werden, schrieb die Organisation in einer Mitteilung.

(fest/sda)

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