Hunderte Bauern protestieren gegen Milchpreis
publiziert: Samstag, 24. Aug 2002 / 16:00 Uhr

Bern - Bauern aus der Zentralschweiz, aus Aargau und Solothurn sind zum Landessender Beromünster LU geströmt. Laut Angaben der Organisatoren wollen die 4000 Bauern auf ihre tiefen Einkommen, die schwierige Marktlage und das Tempo der Agrarreformen hinweisen.



Im Zentrum der bäuerlichen Kritik stehen der Luzerner Milchverarbeiter Emmi und Bundesrat Pascal Couchepin. Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes, erklärte, die Bauern liessen sich nicht wegliberalisieren. Die Schweiz vermöge ihren Bauernstand sehr wohl anständig zu halten.

In der Nacht hatten Dutzende von Bauern vor dem Bundeshaus in Bern und auf dem Areal des Milchverarbeiters Emmi in Emmenbrücke LU insgesamt rund 120 Milchkannen deponiert. Damit protestierten sie gegen sinkende Milchpreise.

Zum Auftakt der gemeinsamen Aktion stellten Innerschweizer Bauern nach Mitternacht rund 70 volle Milchkannen vor den Eingang von Emmi. Die Bauern brachten ihre Position auch einem Firmen-Vertreter im Gespräch vor.

Bauern aus der Region Bern deponierten später in der Nacht vor dem Eingang des Bundeshauses rund 50 Milchkannen. Auch sie waren mit Flugblättern versehen, wie Werner Salzmann, Präsident des Bäuerlichen Zentrums Schweiz (BZS), erklärte.

Nach Angaben des Luzerner FDP-Nationalrats und Landwirts Karl Tschuppert liegt das Problem der Landwirtschaft vor allem bei der Milchwirtschaft. Zwar sträube er sich nicht grundsätzlich gegen die Aufhebung der Milchkontingentierung. Das vorgeschlagene Modell und der Zeitpunkt seien jedoch «schlicht und einfach unbrauchbar», sagte Tschuppert der «Neuen Luzerner Zeitung».

Tschuppert warf Couchepin auch vor, er schlage bei der Aggrarreform 2007 ein horrendes Tempo ein. Couchepin gehe derzeit «wie ein Muni durch den Acker».

(ms/sda)

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