Gefährliche Fahrt
Hunderte Bootsflüchtlinge vor Italiens Küste gerettet
publiziert: Dienstag, 29. Okt 2013 / 11:45 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 29. Okt 2013 / 15:50 Uhr
Die Flüchtlinge schrecken vor nichts zurück. (Archivbild)
Die Flüchtlinge schrecken vor nichts zurück. (Archivbild)

Rom/Athen - Mehr als drei Wochen nach den zwei folgenschweren Flüchtlingsdramen vor Lampedusa mit mehr als 400 Toten reisst der Flüchtlingsstrom nach Europa weiterhin nicht ab. Die italienische Küstenwache und Marine retteten im Mittelmeer erneut Hunderte Bootsflüchtlinge.

7 Meldungen im Zusammenhang
Am Montagabend und in der Nacht zum Dienstag wurden bei mehreren Rettungsaktionen vor den italienischen Küsten fast 400 Migranten in Sicherheit gebracht, wie die Behörden mitteilten. Auch die griechische Küstenwache entdeckte ein Flüchtlingsboot.

41 Bootsflüchtlinge überwiegend aus Nigeria und Ghana wurden am Montagabend von der Küstenwache vor Lampedusa entdeckt und in Sicherheit gebracht. Sie waren mit ihrem Schlauchboot etwa 70 Meilen südlich der Mittelmeerinsel in Seenot geraten. Nach der Rettung seien die Menschen an Bord eines Marineschiffes gebracht worden.

Etwa 80 Meilen südlich von Lampedusa waren am Montagabend 205 Migranten in Sicherheit gebracht worden, wie die Behörden am Dienstag mitteilten.

Vor der kalabrischen Küste entdeckten die Rettungskräfte in der Nacht zum Dienstag zudem ein Boot mit 133 Menschen an Bord. Die Flüchtlinge, die überwiegend aus Syrien und Eritrea stammten, wurden an Bord eines Schiffs der Küstenwache genommen.

Hilfe abgelehnt

Die griechische Küstenwache sichtete ein Fischerboot mit rund 120 Flüchtlingen 110 Seemeilen südwestlich der Halbinsel Peloponnes. Die Flüchtlinge lehnten nach Angaben der Küstenwache jedoch jede Hilfe ab, vermutlich um nach Italien weiterzufahren.

Am späten Montagabend hatte die Küstenwache 15 illegale Einwanderer in der Meerenge zwischen der Türkei und der griechischen Insel Kos aus den Fluten gerettet. Ihr Boot war wenige Seemeilen vor der Insel gekentert. Ein Migrant wurde am Dienstag noch vermisst, hiess es.

Bereits fast dreimal so viele Flüchtlinge wie 2012

Nach Angaben des italienischen Innenministeriums sind in diesem Jahr bereits mehr als 36'000 Bootsflüchtlinge an den italienischen Küsten angekommen. Im gesamten Jahr 2012 waren es nur etwas mehr als 13'000. Bei immer noch ruhigem Wetter wagen nach wie vor zahlreiche Migranten, meist aus Afrika und Nahost, die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer.

Anfang Oktober war vor Lampedusa ein Flüchtlingsboot gekentert, mehr als 360 Menschen starben. Bei einem zweiten Schiffbruch wenige Tage später kamen mehr als 35 Menschen ums Leben.

(fajd/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom - Die italienische Marine hat am Montag gut 200 Bootsflüchtlinge vor der Küste Siziliens gerettet. Die Migranten stammen mehrheitlich aus Syrien, Palästina, Nigeria und Marokko. An Bord befanden sich 29 Kinder, berichteten italienische Medien. mehr lesen 
Vor Italien sind erneut etwa hundert syrische Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer ... mehr lesen
Vor den EU-Küsten im Mittelmeer geraten immer wieder aus Afrika kommende Bootsflüchtlinge in Seenot. (Symbolbild)
Athen - Bei einem Bootsunglück vor Griechenland im Mittelmeer sind mindestens zwölf Flüchtlinge ums Leben gekommen. Weitere 15 Menschen hätten das Unglück vor der Insel Lefkada überlebt und seien in Sicherheit, teilten die Behörden am Freitag mit. mehr lesen 
Die UNO forderte die Bürgerkriegsparteien auf, den Helfern Zugang zu gewähren und Zivilisten zu schonen.
New York - Die Zahl der Notleidenden in Syrien ist nach UNO-Angaben dramatisch gestiegen. Etwa 9,3 Millionen Menschen, fast die Hälfte der gut 22 Millionen Einwohner, sei auf humanitäre ... mehr lesen
Rom - Mehr als 800 Bootsflüchtlinge ... mehr lesen
250 Flüchtlinge seien vor Lampedusa an Bord von zwei Schnellbooten der Küstenwache gegangen.(Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Italien gedenkt der Bootsflüchtlinge, die in italienischen Gewässern ums Leben gekommen sind. (Archivbild)
Rom/Lampedusa - Mit einer Zeremonie haben italienische Minister, Behördenvertreter und Gäste aus Afrika am Montag an die Opfer der Flüchtlingsdramen vor Lampedusa ... mehr lesen 1
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch 500'000 durch den Konflikt entwurzelte Menschen verzeichnet. mehr lesen  
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum ... mehr lesen   1
Mit 124 zu 64 Stimmen genehmigte die grosse Kammer den Bundesbeschluss über den Nachtrag I zum Voranschlag 2016.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 5°C 10°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 5°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 5°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Bern 1°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 1°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Genf 3°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 2°C 9°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten