Hunderte flüchten aus Usbekistan
publiziert: Montag, 16. Mai 2005 / 08:38 Uhr

Bischkek - Einen Tag nach den heftigen Ausschreitungen in der usbekisch-kirgisischen Grenzstadt Karassu hat sich die Lage erneut verschärft. Ein Diplomat in Bischkek berichtete von nächtlichen Schüssen in der Stadt.

Hunderte versuchen das Land derzeit zu verlassen. Bild: Archiv.
Hunderte versuchen das Land derzeit zu verlassen. Bild: Archiv.
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Eintrag zu Bischkek in der Online-Enzyklopädie Wikipedia.
de.wikipedia.org/wiki/Bischkek

Dort versuchen derzeit hunderte von usbekischen Flüchtlingen über die Grenze nach Kirgistan zu gelangen. Er beschrieb die Situation als äusserst angespannt.

Die Grenze zwischen Usbekistan und dem Nachbarland Kirgistan war am Freitag geschlossen worden, nachdem in der nahe gelegenen ostusbekischen Stadt Andischan heftige Unruhen ausgebrochen waren.

Protest gegen geschlossene Grenze

Am Sonntagmorgen wurde der Übergang in Karassu geöffnet, nachdem es dort ebenfalls Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben hatte. Aus Protest gegen die geschlossene Grenze hatten die Flüchtlinge eine Polizeistation und das Finanzamt in Brand gesteckt.

Rund 900 Usbeken konnten inzwischen das Land verlassen; an der Grenze warteten nach UNO-Angaben aber weiterhin zwischen 2000 und 4000 Menschen auf die Ausreise.

Aufruf Grossbritanniens

Grossbritannien rief Usbekistan unterdessen auf, dem Roten Kreuz und ausländischen Beobachtern Zugang zu dem von schweren Unruhen erschütterten Land zu gewähren.

"Die Situation ist sehr ernst. Es hat einen klaren Verstoss gegen Menschenrechte gegeben, einen Mangel an Demokratie und fehlende Offenheit", sagte der britische Aussenminister Jack Straw der BBC.

"Wir kennen die genaue Zahl der Opfer nicht, aber es sind eindeutig ziemlich viele Menschen getötet worden", sagte er weiter.

Die Regierung in Taschkent reagierte laut der russischen Nachrichtenagentur RIA verärgert: "Wie will Herr Straw wissen, dass die Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen haben, wenn nichts dergleichen jemals geschehen ist", habe es in einem Brief an den britischen Botschafter in Usbekistan geheissen.

(bsk/sda)

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