Hunderte obszöne Briefe verschickt - Zeugenaufruf
publiziert: Freitag, 26. Nov 2010 / 10:22 Uhr
Die Polizei bittet Personen, die das Schriftbild auf dem Couvert erkennen, sich umgehend zu melden.
Die Polizei bittet Personen, die das Schriftbild auf dem Couvert erkennen, sich umgehend zu melden.

Eine unbekannte Täterschaft hat seit mindestens einem Jahr hunderte von Briefen mit obszönem Inhalt an zahllose Privatpersonen verschickt. Die Polizei nimmt Hinweise entgegen und sucht weitere Opfer.

2 Meldungen im Zusammenhang
Erste Meldungen über solche anonyme Post gingen im November 2009 bei der Kantonspolizei Aargau ein. Seither verzeichnet diese über 400 entsprechender Briefe, die bei mehreren hundert Opfer eingetroffen sind. Einige davon haben mehrfach, teilweise bis zu 20 solcher Briefe erhalten. ^

Die auf üblichem Papier von Hand verfassten Texte sind ausnahmslos von obszönem Inhalt. Teilweise hat der Unbekannte auch unsittliche Zeichnungen angefertigt oder pornografische Fotos aufgeklebt. Die bizarren Briefe sind stets an Frauen gerichtet.

Die Empfänger solcher Briefe verteilen sich grundsätzlich auf das ganze Kantonsgebiet. Auffallend viele Betroffene sind jedoch im Osten des Aargaus wohnhaft. Alle Betroffenen haben die unerwünschten Briefe auf dem normalen Postweg erhalten.

Personen nachgestellt

Die Kantonspolizei geht davon aus, dass es sich beim Urheber der Briefe um einen eher älteren Mann handelt. Er sucht sich seine weiblichen Opfer wahrscheinlich an belebten Orten im Raum Baden/Wettingen aus und stellt ihnen nach. Setzen sich die Betroffenen in ein Auto, notiert er sich das Kontrollschild. Anhand dessen ermittelt er dann anhand eines Autoindex den Halter. Handelt es sich dabei um einen Mann, richtet der Täter das Schreiben an die Ehefrau.

Trotz intensiver Ermittlungen ist es der Kantonspolizei bisher nicht gelungen, den Täter zu ermitteln. Zu diesem Zweck veröffentlicht sie nun das Bild eines Briefumschlages, wie er bei einem Opfer eingetroffen ist. Die Kantonspolizei in Baden (Telefon 056 200 11 11) bittet Personen, die das Schriftbild auf dem Couvert erkennen, sich umgehend zu melden. Auch sucht die Kantonspolizei weitere Opfer, die bisher keine Anzeige erstattet haben. Personen, die inskünftig solche Post erhalten, werden ebenfalls gebeten, Anzeige zu erstatten.

Schliesslich weist die Kantonspolizei darauf hin, dass der Täter nur über den Postweg mit den Opfern in Kontakt getreten ist. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach vom Täter eine Gefahr für Leib und Leben ausgeht.

(ht/pd)

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