Hunderten Afrikanern gelingt Flucht nach Melilla
publiziert: Montag, 3. Okt 2005 / 19:32 Uhr

Melilla - Trotz verstärkter Sicherheitsmassnahmen ist es erneut rund 350 afrikanischen Flüchtlingen gelungen, in der Exklave Melilla spanischen Boden zu erreichen.

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Insgesamt 650 Flüchtlinge rannten am frühen Morgen gegen den sechs Meter hohen, doppelten Sperrzaun rund um das Gebiet in Marokko an, wie die spanischen Behörden mitteilten.

Nach Angaben der Präfektur von Melilla seien die Flüchtlinge dabei ungewöhnlich aggressiv vorgegangen. 135 Menschen seien verletzt worden.

In der vergangenen Woche hatten hunderte Afrikaner Melilla und die Exklave Ceuta gestürmt. Spanien und Marokko entsandten daraufhin hunderte weitere Grenzsoldaten.

Verstärkte Aggressivität

Insgesamt an zwei Stellen rissen die Flüchtlinge den Zaun auf einer Länge von jeweils 20 Metern nieder, wie die Präfektur von Melilla weiter mitteilte. An anderer Stelle versuchten sie, die sechs Meter hohe Sperranlage mit selbstgebauten Leitern zu überwinden.

Die illegalen Einwanderer hätten eine «bisher nicht dagewesene Aggressivität» an den Tag gelegt, hiess es. Unter anderem hätten sie die Sicherheitskräfte mit Steinen beworfen. Ein spanischer Sicherheitsbeamter erlitt ein Schädeltrauma. Insgesamt fünf Menschen wurden ins Spital gebracht. Die meisten der Verletzten waren aber Flüchtlinge.

Flüchltinge beantragen Asyl

Rund 300 der Flüchtlinge, die es über die Grenze geschafft hatten, beantragten anschliessend auf dem Kommissariat von Melilla die für das Aufnahmelager nötigen Papiere. Da sie sich auf EU-Gebiet befinden, können sie einen Asylantrag stellen.

Die marokkanischen Behörden nahmen nach eigenen Angaben über 130 Menschen fest. Melillas Stadtoberhaupt Juan José Imbroda machte indirekt die marokkanischen Behörden für den Vorfall verantwortlich. Die Marokkaner hätten in der Nacht «nicht sehr stark» kooperiert, sagte er im spanischen Radio.

Nach den Flüchtlingsstürmen der vergangenen Woche auf die beiden spanischen Exklaven, bei denen fünf Menschen starben, hatte die marokkanische Regierung die Zahl ihrer Sicherheitskräfte aufgestockt. Auch Spanien entsandte hunderte weitere Soldaten und beschloss, den Zaun um Ceuta schneller als vorgesehen auf seine volle Höhe von sechs Metern aufzustocken.

(smw/sda)

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