Hunderttausende auf Taiwans Strassen
publiziert: Samstag, 26. Mrz 2005 / 09:36 Uhr / aktualisiert: Samstag, 26. Mrz 2005 / 17:40 Uhr

Taipeh - In Taiwan haben Hunderttausende gegen das chinesische Anti-Abspaltungsgesetz demonstriert. Während die Veranstalter von einer Million Menschen sprachen, schätzte die Polizei die Zahl der Demonstranten auf 240 000.

Die Organisatoren hatten im Vorfeld mit einer Million Demonstranten gerechnet.
Die Organisatoren hatten im Vorfeld mit einer Million Demonstranten gerechnet.
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Die Demonstranten zogen unter den Augen von 30 000 Polizisten durch zehn Hauptverkehrsstrassen von Taipeh. Damit wollten sie symbolisch auf die zehn Klauseln des Gesetzes aufmerksam machen, das der Nationale Volkskongress in China vor knapp zwei Wochen einstimmig verabschiedet hatte.

Das Gesetz ermächtigt die chinesische Volksbefreiungsarmee bei einer formellen Unabhängigkeit Taiwans zu einem Militärschlag ermächtigt. Taiwans Präsident Chen Shui-bian hatte es als "Aggressionsgesetz" verurteilt.

Präsident marschiert mit

Chen Shui-bian und seine Familie schlossen sich einem der zehn Demonstrationszüge an. Auch Ministerpräsident Frank Hsieh sowie der frühere Präsident Lee Teng-hui marschierten mit.

Zahlreiche Teilnehmer hatten sich Stirnbinden mit der Aufschrift "Demokratie, Frieden, Taiwan schützen" umgebunden. 706 Kinder trugen Anti-Kriegs-Aufkleber - China hat 706 Raketen auf Taiwan gerichtet. Zu hören waren Protestchöre wie "Ja zum Frieden, Nein zum Krieg".

Solana kritisiert Vorgehen

Die offiziellen chinesischen Medien gingen nur am Rande auf die Demonstration ein. Der Protestmarsch habe einen "heftigen Stau" in Taipeh verursacht, meldete sie amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Die kommunistische Führung in Peking betrachtet die demokratische Inselrepublik nur als abtrünnige Provinz. Der EU-Koordinator für Aussenpolitik, Javier Solana, kritisierte die Pekinger Führung wegen ihrer Taiwan-Politik.

Er tat dies in Hinblick auf eine mögliche Aufhebung des EU-Waffenembargos gegen China. "Die EU arbeitet auf die Aufhebung des Waffenembargos gegen China hin. Doch weckt Pekings Anti-Abspaltungsgesetz bei uns Bedenken", sagte Solana der deutschen Zeitung "Bild am Sonntag".

(bsk/sda)

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