Hunderttausende gegen Türkei, USA und EU
publiziert: Sonntag, 29. Apr 2007 / 13:03 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 29. Apr 2007 / 13:32 Uhr

Istanbul - In der türkischen Metropole Istanbul haben sich mehrere hunderttausend Menschen versammelt, um gegen die Präsidentschaftspläne der islamisch geprägten Regierung zu demonstrieren.

Aussenminister Abdullah Gül interessieren die Vorwürfe nicht.
Aussenminister Abdullah Gül interessieren die Vorwürfe nicht.
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Die Teilnehmer der Kundgebung riefen Parolen gegen die Präsidentschaftskandidatur von Aussenminister Abdullah Gül und forderten den Rücktritt der Regierung.

Nach Schätzungen türkischer Fernsehsender erreichte die Zahl der Teilnehmer schon vor dem offiziellen Beginn der Demonstration um 12.00 Uhr MESZ die Grössenordnung einer ähnlichen Kundgebung in Ankara vor zwei Wochen. Damals waren mehrere hunderttausend Menschen gegen die Regierung auf die Strasse gegangen.

«Die Türkei ist laizistisch und wird es bleiben», riefen die Demonstranten in Istanbul. Auch Sprechchöre gegen die USA und gegen die EU waren zu hören.

Regierungsgegner werfen Gül vor, er werde die Türkei dem Einfluss ausländischer Mächte preisgeben und islamistische Tendenzen im Land stärken, wenn er Präsident werden sollte.

Militär gegen Gül

Auch die türkische Armee hatte sich gegen Gül gewandt, was als Drohung mit einem neuerlichen Militärputsch aufgefasst wurde.

Aussenminister Abdullah Gül hält bisher ungeachtet der Warnungen der türkischen Militärführung an seiner Kandidatur für das Amt des Staatspräsidenten fest. «Es kann keine Rede davon sein, dass ich meine Kandidatur zurückziehe», sagte er.

Der Kandidat der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP hatte bei der ersten Wahlrunde die erforderliche Zweidrittelmehrheit um zehn Stimmen verpasst.

Der Präsident wird in der Türkei vom Parlament gewählt. Dort verfügt die AKP über eine breite Mehrheit. Das weltliche Lager lehnt Gül aber wegen seiner islamistischen Vergangenheit ab.

(dl/sda)

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