Hunderttausende in Syrien auf der Flucht
publiziert: Dienstag, 31. Jul 2012 / 19:30 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 31. Jul 2012 / 19:56 Uhr
200'000 Menschen haben den Grossraum Aleppo verlassen.
200'000 Menschen haben den Grossraum Aleppo verlassen.

Aleppo/Damaskus - Der zähe Kampf um die nordsyrische Metropole Aleppo vertreibt hunderttausende Menschen aus der Stadt. Allein am vergangenen Wochenende seien rund 200'000 Menschen aus dem Grossraum Aleppo geflohen, schätzt das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR).

9 Meldungen im Zusammenhang
Die Regierungstruppen versuchen seit Samstag, die Aufständischen mit massivem Militäraufgebot aus der strategisch wichtigen Handelsstadt zurückzudrängen. Die unübersichtlichen Fronten ziehen sich mitten durch Wohngebiete.

Die in der Stadt Zurückgebliebenen suchten zu Tausenden Schutz in Moscheen und öffentlichen Gebäuden, sagte UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming in Genf. Bis zu 18'000 Menschen sind nach Angaben der Aufständischen obdachlos und fanden in Studentenwohnheimen oder Schulen eine Notunterkunft.

Zudem leiden die Bewohner Aleppos unter Lebensmittel- und Treibstoffmangel. Für die dringend benötigte humanitäre Hilfe fehlt jedoch das Geld. Allein dem Welternährungsprogramm der UNO (WFP) fehlen nach eigenen Angaben 70 Millionen Euro, um die akute Not zu lindern. Anderen Hilfsorganisationen gehe es nicht besser, sagte ein WFP-Vertreter.

Entscheidender Test

Der Kampf um Aleppo ist für beide Seiten zum entscheidenden Test geworden. Weder die Regierung noch die Rebellen können Aleppo aufgeben, wenn sie den seit fast eineinhalb Jahren tobenden Machtkampf gewinnen wollen.

Die Präsident Baschar al-Assad ergebenen Einheiten nahmen vor allem den Stadtteil Salaheddine im Südwesten und Quartiere im Osten unter Beschuss. An den Angriffen auf die Gebiete im Osten waren auch Kampfhelikopter und später ein Kampfjet beteiligt.

Die Armee hatte am Sonntag erklärt, sie habe Salaheddine eingenommen. Meldungen des Staatsfernsehens über anhaltende Gefechte deuten aber darauf hin, dass die Streitkräfte den Stadtteil noch nicht gänzlich kontrollieren.

Ein vor sechs Monaten zu den Rebellen übergelaufener Kommandant widersprach der offiziellen Darstellung, dass Salaheddine eingenommen wurde. «Das Regime hat drei Tage lang versucht, Salaheddine zurückzuerobern», sagte Oberst Abdel-Dschabbar al-Okaida der Nachrichtenagentur Reuters.

«Es ist gescheitert, und dabei hat es schwere Verluste an Menschen, Waffen und Panzern erlitten.» Nachprüfen lassen sich die Äusserungen Okaidas nicht. Die Rebellen beherrschen nach eigener Aussage einen Bogen, der die Stadtviertel Aleppos im Osten und Südwesten umfasst.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf/Damaskus/Istanbul - Der neue Syrien-Sondervermittler Lakhdar Brahimi hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bei ... mehr lesen
Der 78-jährige Lakhdar Brahimi war von der UNO und der Arabischen Liga zum Sondergesandten ausgewählt worden.
Mehrere tausend Menschen flüchteten in Syrien vor der Gewalt.
Bern - Die Glückskette sammelt Spenden für die Opfer der kriegerischen ... mehr lesen 1
Damaskus/London - Das brutale Vorgehen des syrischen Regimes gegen Oppositionelle hat nach Einschätzung von Amnesty ... mehr lesen
Gemäss AI werden auch friedliche Demonstrationen in Aleppo mit Waffengewalt aufgelöst.
Durchhalteparolen von Präsident Baschar al-Assad. (Archivbild)
Damaskus/Kairo - In den Kampf um ... mehr lesen
Washington - Die Schlacht um die syrische Metropole Aleppo ist laut Einschätzung der US-Regierung eine «ernsthafte ... mehr lesen
Schwere Geschütze. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
New York - Ein Konvoi des neuen Chefs der UNO-Beobachter in Syrien ist von Bewaffneten angegriffen worden. Der Angriff auf den Konvoi des senegalesischen Generals Babacar Gaye hat am Wochenende stattgefunden. Die Beobachtermission ist «zweimal ins Visier genommen worden». mehr lesen 
Aleppo ist weiterhin stark umkämpft.
Paris/Damaskus/New York - Im Kampf um die nordsyrische Millionenmetropole ... mehr lesen
Paris/Damaskus/New York - Frankreich fordert angesichts der anhaltenden Gewalt ... mehr lesen
Laurent Fabius möchte eine Zusammenkunft auf Ministerebene.
Die Separatistenhochburg Donezk ist seit Wochen heftig umkämpft. (Symbolbild)
Die Separatistenhochburg Donezk ist seit Wochen heftig umkämpft. ...
Ein Abschuss bestätigt  Kiew - Prorussische Separatisten haben in der umkämpften Ostukraine nach eigener Darstellung erneut drei Militärmaschinen abgeschossen. Der ukrainische Sicherheitsrat in Kiew bestätigte am Mittwochabend zunächst nur den Abschuss eines Kampfjets vom Typ Suchoi Su-25. Das Schicksal der Piloten sei unklar. 
Kämpfe erreichen Innenstadt von Industriestadt Donezk Donezk - Die Kämpfe zwischen den ukrainischen Regierungstruppen und ... 1
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2374
    Die... Regierung in Kiew ist bankrott und könnte ohne die Unterstützung der EU ... gestern 16:16
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2374
    Die... Palästinenser haben nach wie vor keine Druckmittel gegen Israel. Je ... gestern 13:34
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2374
    Auch... durch die Türkei geht ein Riss. Wie in anderen Staaten des Nahen Ostens ... gestern 10:35
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2374
    Es... muss Ziel der gesamten Menschheit sein, diese grosse ideologische ... gestern 10:04
  • keinschaf aus Wladiwostok 2565
    Häuserkampf in Grossstadt Im Prinzip müssten es die Ukrainer besser wissen. Und auch die ... gestern 00:10
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2374
    Ein... einziger Telefonanruf der Hamas in Tel Aviv würde reichen, das ganze zu ... Di, 19.08.14 16:45
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2374
    Die... treibende Kraft für Kriege sind Waffen. Wer diese und in welchem ... Di, 19.08.14 13:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2374
    Höchste... Zeit, dass jemand eingreift. Natürlich sind es die USA, weil Russland ... Di, 19.08.14 09:15
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 10°C 13°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 7°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 12°C 15°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 10°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 14°C 19°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 12°C 22°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 18°C 23°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten