Hunderttausende protestieren europaweit gegen Sozialabbau
publiziert: Samstag, 3. Apr 2004 / 16:28 Uhr

Berlin/Köln/Stuttgart - Mehr als 140 000 Menschen sind in Berlin, Köln und Stuttgart zu Protesten gegen Sozialabbau zusammengekommen. Auch in Rumänien, Slowenien, Grossbritannien, Österreich, der Slowakei und in Frankreich sind Kundgebungen geplant.

Nach Polizeiangaben versammelten sich in Köln bereits am Morgen etwa 50 000 Menschen, in Stuttgart waren es nach Gewerkschaftsangaben rund 50 000 Demonstranten.

Mit ihrem Protest - unter dem Motto Aufstehn für Arbeit und soziale Gerechtigkeit - wollen die Demonstranten einen Kurswechsel der rot-grünen Regierung in den Bereichen Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik erreichen.

Zu der Kundgebungen haben der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie Sozialverbände und linke Gruppen aufgerufen. Insgesamt werden über 100 000 Menschen erwartet. Die Aktionen stehen im Zeichen eines Europäischen Aktionstags der Gewerkschaften.

Proteste gegen Berlusconi

Auch in Rom folgten mehrere hunderttausend Menschen dem Aufruf der grössten italienischen Gewerkschaften und protestierten gegen die Rentenreformpläne der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Laut dem Vorsitzenden des italienischen Gewerkschaftsbunds, Silvano Miniati, müssen derzeit mehr als vier Millionen Rentner mit knapp 500 Euro (rund 800 Franken) im Monat auskommen; bei sechs Millionen weiteren läge die Rente bei weniger als 1000 Euro (rund 1600 Franken) monatlich.

In Anspielung auf Pläne der Regierung, die Steuer für einkommensstarke Schichten massiv zu senken, schwenkten die Demonstranten Spruchbänder mit der Aufschrift: Steuern: Wer zahlt mehr - die Armen; wer zahlt weniger - die Reichen.

(bsk/sda)

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