Hussein auch wegen Völkermords an Kurden angeklagt
publiziert: Dienstag, 4. Apr 2006 / 15:49 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Apr 2006 / 16:16 Uhr

Bagdad - Auf den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein kommt ein neues Gerichtsverfahren zu.

Bei der Operation Anfal seien bis zu 180 000 Kurden getötet worden.
Bei der Operation Anfal seien bis zu 180 000 Kurden getötet worden.
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Dabei muss er sich wegen Völkermords an den Kurden verantworten. Die Anklage habe ihre Vorermittlungen zu der so genannten «Operation Anfal» abgeschlossen, bei der zwischen 1987 und 1989 im Nordirak bis zu 180 000 Kurden getötet und 4500 Dörfer zerstört wurden, sagte Ermittlungsrichter Raed el Dschuhi in Bagdad.

Einen Termin für die Eröffnung des Prozesses nannte der Richter nicht. Derzeit steht Saddam Hussein in einem anderen Verfahren wegen eines Massakers an 148 Menschen in dem schiitischen Dorf Dudschail 1982 vor Gericht.

Anklage auch gegen Chemie-Ali

Den Vorwurf des Völkermords erhebt die Anklage neben Saddam Hussein gegen sechs weitere Beschuldigte. Unter ihnen ist der als «Chemie- Ali» bekannte Cousin des früheren Machthabers, Ali Hassan el Madschid. Er soll Giftgasangriffe gegen Kurden geplant haben.

Die weiteren Beschuldigten sind der frühere Verteidigungsminister Sultan Haschem Ahmed und mehrere hochrangige Mitglieder der Baath- Partei: Saber Abdel Asis, Hussein Raschid el Tikriti, Taher Mohammed el Ani und Farhan el Dschuburi. Bei einer Verurteilung droht ihnen die Todesstrafe.

Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Bei der gross angelegten «Operation Anfal» gingen irakische Sicherheitskräfte in den 80er Jahrebn systematisch gegen Kurden im Nordirak vor, die sie der Komplizenschaft mit dem Nachbarland und damaligen Kriegsgegner Iran beschuldigten.

Allein bei einem Giftgasangriff auf das Dorf Halabdscha kamen etwa 5000 Menschen ums Leben. Am Mittwoch soll der Prozess gegen Saddam Hussein wegen des Massakers in Dudschail fortgesetzt werden. Hier lautet die Anklage auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

(ht/sda)

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