«I have a dream» - USA gedenken Luther King
publiziert: Sonntag, 30. Mrz 2008 / 21:26 Uhr / aktualisiert: Montag, 31. Mrz 2008 / 00:17 Uhr

Washington - Jahrelang wurde in den USA nicht mehr so viel über die Rassenfrage diskutiert, fast schon zum Tabu geworden war das Thema. Jetzt ist es, 40 Jahre nach der Ermordung des Bürgerrechtlers Martin Luther King, plötzlich wieder aktuell.

King wurde «Schwarzer Ghandi» genannt.
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Martin Luther KingMartin Luther King
Von der «Rassen-Sackgasse, in der wir seit Jahren stecken», sprach der schwarze Präsidentschaftsbewerber Barack Obama dieser Tage, von Verbitterung und Vorurteilen, von Leid und Missverständnissen, die niemals ausgeräumt wurden.

Seit vier Jahrzehnten sei nicht mehr so offen und engagiert über die offene Wunde in der US-Gesellschaft geschrieben und gesprochen worden, kommentiert die «New York Times».

Erinnerungen werden wach

Vier Jahrzehnte - Erinnerungen an den Tod des Bürgerrechtlers Martin Luther King werden wach. Am 4. April 1968 wurde der 39-Jährige auf dem Balkon eines Motels in Memphis vom weissen Rassisten James Earl Ray erschossen.

«Schwarzer Ghandi» war King genannt worden, Kämpfer für Rassengleichheit, Hoffnungsträger für Millionen Schwarzer. Der friedliche Widerstand des Baptistenpfarrers gegen Rassendiskriminierung hatte ihn zu einer Symbolfigur gemacht. Er wurde 1964 als bis dahin jüngster Preisträger mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Vision der Brüderlichkeit

Zu seinen ersten Aktionen gehörte 1955 ein Bus-Boykott für die Gleichbehandlung in Verkehrsmitteln, der über ein Jahr dauerte. Die Bewegung war ein Erfolg: 1956 erklärte das oberste US-Gericht die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln für verfassungswidrig. Als wortgewaltiger Redner und mit seinem mutigen persönlichen Einsatz erlangte King enorme Popularität. «I have a dream» («Ich habe einen Traum») rief er 1963 immer wieder während seiner berühmtesten Rede in Washington vor 250'000 Menschen.

Es war die Vision, dass die Söhne früherer Sklaven mit den Söhnen früherer Sklavenhalter den «Tisch der Brüderlichkeit» teilen. Der Charakter sollte wichtiger sein als die Hautfarbe. Seine Kampagne stiess in der Aufbruchstimmung der Sechziger Jahre auf fruchtbaren Boden. Am 2. Juli 1964 wurde das Gleichstellungsgesetz (Civil Rights Act) verabschiedet.

Mit dem Mord von Memphis endete indes der jahrelange gewaltlose Kampf für ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Weissen und Schwarzen in den USA. Es kam zu schweren Rassenunruhen in vielen amerikanischen Städten, 40 Menschen starben.

Das Attentat stärkte die radikale «Black Power»-Bewegung, die Kings Methoden als zu gemässigt kritisierte. Der friedliche Protest wurde überrollt.

Hoffnungsträger Obama

Vier Jahrzehnte später haben sich viele Hoffnungen auf Rassengleichheit zerschlagen. Die USA seien nach wie vor «ein Land, in dem rassistisches Misstrauen tief verwurzelt und oftmals unausgesprochen ist», kommentiert die «New York Times».

Auch Obama weiss um diese Probleme. «Die Rassenfrage, die wir nie ausgeräumt haben», nennt er den Riss durch die US-Gesellschaft. Die Chance, dass der 46 Jahre junge Mann als erster schwarzer Präsident ins Weisse Haus einziehen könnte, gibt Millionen Schwarzen in den USA Auftrieb und neue Hoffnung.

Doch Obama warnt vor überzogenen Erwartungen: «Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass wir unsere Rassenschranken innerhalb einer Amtsperiode überwinden könnten.»

(von Peer Meinert, dpa/sda)

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