Bauern fürchten sich vor Israel
IKRK spendet Mandelbäume für den Gazastreifen
publiziert: Donnerstag, 3. Mrz 2016 / 13:46 Uhr
IKRK-Mitarbeiter Sow habe im Vorfeld mit den israelischen Streitkräften gesprochen. (Symbolbild)
IKRK-Mitarbeiter Sow habe im Vorfeld mit den israelischen Streitkräften gesprochen. (Symbolbild)

Wadi as Salka - Das IKRK verteilt diese Woche tausende Mandelbäume an Bauern im Gazastreifen, deren Felder im kriegszerstörten Grenzgebiet zu Israel liegen. Die Bauern fürchten aber, dass Israel als Anti-Terror-Massnahme wieder Entlaubungsmittel versprühen könnte.

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«Wir spenden rund 4000 Mandelbäume unterschiedlicher Sorten zur Anpflanzung entlang der Grenze, wo der letzte Krieg besonders starke Schäden anrichtete», erklärte Mamadu Sow vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in der palästinensischen Küstenenklave.

In dem von der radikalislamischen Hamas kontrollierten und deshalb weitgehend isolierten Küstenstreifen gab es seit 2008 drei bewaffnete Konflikte mit Israel. Die schweren Gefechte im Sommer 2014 führten vor allem in den grenznahen Regionen zu starken Zerstörungen.

Die Empfänger der gespendeten Mandelbäume äusserten im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP die Sorge, dass Israel, wie bereits mehrfach geschehen, Entlaubungsmittel aus Flugzeugen versprüht und die Anpflanzungen dadurch zunichte macht.

Versteckte Sprengsätze sichtbar machen

Ein israelischer Militärsprecher erklärte dazu auf Anfrage, durch solche Sprühaktionen solle verhindert werden, dass an der Grenze angebrachte Sprengsätze oder andere Angriffsmittel durch die Vegetation verdeckt werden.

IKRK-Mitarbeiter Sow berichtete, die Hilfsorganisation habe im Vorfeld mit den israelischen Streitkräften über die Mandelbaumplantagen gesprochen. «Und wir hoffen, dass es keine Entlaubungseinsätze gegen sie geben wird.»

Laut einer UNO-Studie sind gegenwärtig die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzflächen und 85 Prozent der Fischereigründe des Gazastreifens aufgrund der Konfliktlage nicht nutzbar. Während 1968 mehr als die Hälfte des dortigen Bruttosozialprodukts auf Landwirtschaft und Fischerei beruht habe, seien es heute nur noch vier bis fünf Prozent.

(cam/sda)

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