IKRK warnt vor Gewalt in Irak bei ausbleibender Hilfe
publiziert: Sonntag, 20. Apr 2003 / 23:05 Uhr

Bagdad - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat vor Gewaltakten gegen die US-Besatzungsmacht in Irak gewarnt. Damit dies nicht eintreffe, müsse sich die Versorgungslage dringend verbessern.

Das IKRK warnt vor Gewaltakten.
Das IKRK warnt vor Gewaltakten.
Dass sich zumindest die Sicherheitslage verbessert hat, zeigt die Tatsache, dass das IKRK zum ersten Mal seit dem Sturz der irakischen Regierung wieder Mitarbeiter nach Irak entsandte.

Das grösste Problem der US-Übergangsverwaltung unter dem ehemaligen General Jay Garner werde der totale Zusammenbruch der Infrastruktur sein, sagte IKRK-Sprecher Roland Huguenin-Benjamin in Bagdad.

Eine Zivilverwaltung funktioniere nicht, wenn die Stücke nicht zusammenpassen. So benötige etwa ein Arzt Sicherheit vor Plünderern ebenso wie Elektrizität, Wasser und Medikamente. Sonst könne es leicht zu Gewalt kommen, betonte der IKRK-Sprecher.

Unterdessen traf die erste grössere internationale Hilfslieferung mit Lebensmitteln in Bagdad ein. Ein Konvoi des Welt-Ernährungsprogramms (WFP) mit 50 Lastwagen war von Jordanien her vier Tage unterwegs, wie ein WFP-Sprecher in Amman mitteilte.

Der Konvoi mit 1400 Tonnen Weizenmehl ist nach unbestätigten Berichten nördlich von Bagdad angegriffen worden. Von der Ladung habe bei der Ankunft in der irakischen Hauptstadt jedoch nichts gefehlt.

Auch das UN-Kinderhilfswerk UNICEF brachte von Jordanien aus eine Hilfslieferung nach Bagdad auf den Weg. UNICEF-Sprecher Geoffrey Keele sagte in Amman, ein Kühllaster mit Betäubungsmitteln, tausend Decken sowie Notfallpaketen für 10 000 Patienten sei unterwegs ins El-Kindi-Krankenhaus von Bagdad.

(rr/sda)

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