ILO-Bericht zum Welttag gegen Kinderarbeit
publiziert: Donnerstag, 10. Jun 2004 / 17:59 Uhr

Genf - Zehn Millionen Kinder, mehrheitlich Mädchen, sind weltweit als Haushaltshilfen Opfer versteckter Formen von Ausbeutung. Zu diesem Schluss kommt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in ihrem Bericht zum Welttag gegen Kinderarbeit vom 12. Juni.

Kinderarbeit ist vor allem in Drittweltländern verbreitet.
Kinderarbeit ist vor allem in Drittweltländern verbreitet.
Millionen Kinder verrichten Tag und Nacht ausserhalb ihres Heims Haushaltsarbeit. Fast alle werden ausgebeutet, sind Risiken ausgesetzt und Opfer von Missbräuchen. Das muss aufhören, erklärte ILO-Generaldirektor Juan Somavia.

Als Haushaltshilfen arbeitende Kinder sind der ILO zufolge üblicherweise unsichtbar innerhalb ihrer Gemeinschaft. Sie haben lange Arbeitstage und werden nur mit einem geringen Lohn oder gar nicht entschädigt. Oft sind sie Opfer von Missbräuchen und haben kaum die Möglichkeit zu spielen oder zur Schule zu gehen.

Nicht zur Schule

In Marokko gingen 1999 rund 70 Prozent der Mädchen zwischen sieben und 14 Jahren, die als Haushaltshilfen arbeiteten, nicht zur Schule. Bei den andern Mädchen der gleichen Altersgruppe betrug der Prozentsatz nur 45 Prozent. Im pakistanischen Islamabad konnten 49 Prozent der befragten Knaben und 70 Prozent der Mädchen die Schule nicht besuchen.

Ein Mädchen, das in einem patriarchalen Haushalt arbeitet, ist dem Risiko der sexuellen Ausbeutung ausgesetzt, schreiben die Autoren. Kinder, die statt mit einem Lohn nur mit Kost und Logis entschädigt werden, gelten als Opfer des Kinderhandels.

Kinder schützen

Verboten sind weiter physische und psychische Misshandlungen sowie Arbeit zur Abzahlungen von Schulden, die die Eltern gegenüber dem Arbeitgeber des Kindes haben, die sogenannte Schuldknechtschaft.

Die ILO fordert Staaten und zuständige Organisationen auf, Kinder vor Arbeitsarten zu schützen, die gemäss der Konvention über die Kinderarbeit und weiterer internationaler Abkommen verboten sind.

Der Bericht Helping Hands or Shackled Lives ist die erste weltweite Untersuchung über die Ausbeutung von 10 Millionen Kindern als Haushaltshilfen. Insgesamt sind 200 Millionen Kinder gezwungen zu arbeiten.

(rp/sda)

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