IPPNW: Weit mehr als 20 000 Iraker im Krieg getötet
publiziert: Dienstag, 11. Nov 2003 / 15:53 Uhr

London - Der Krieg in Irak soll weit mehr als 20 000 Iraker das Leben gekostet haben. Diese geschätzten Zahlen veröffentlichte die Gruppierung der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) am Dienstag in London.

Die meisten Opfer habe der Krieg unter den irakischen Soldaten gefordert, von denen während der Kampfhandlungen zwischen 13 500 und 45 000 gefallen seien, schreibt die IPPNW in ihrem Bericht. Die Anzahl der getöteten Zivilisten schätzt IPPNW auf 7800 bis 9600.

Andere Zahlen wurden am 29. Oktober in einer US-Studie veröffentlicht: Nach diesen Zahlen sollen 13 000 Iraker getötet worden sein, unter ihnen 4300 Zivilisten.

Auf irakischer Seite seien während den Kampfhandlungen "zwischen 11 000 und 15 000 Kombattanten und Nicht-Kombattanten" gefallen, heisst es in der Studie der unabhängigen Gesellschaft "Projekt für Verteidigungsalternativen".

USA veröffentlich keine Zahlen

Weil es keine zuverlässigen Angaben gibt, werden die genauen Zahlen wahrscheinlich nie bekannt werden. Das US-Verteidungsministerium lehnt die Veröffentlichung von Opferzahlen der Gegenseite wie schon im Irak-Krieg von 1991 ab.

Die Studie der IPPNW weist darauf hin, dass nicht nur der Krieg viele Opfer gefordert habe, sondern dass auch nach dem Kriegsende die Zahl der Opfer weiter steige. Die Gesundheitslage in Irak - vor allem die der Kinder - sei bereits vor dem Krieg sehr schlecht gewesen.

Staat überfordert

Der Krieg habe die Situation noch verschärft und vorrangig die Schwächsten getroffen, heisst es. Durch den Zusammenbruch von Recht und Ordnung nach dem Krieg seien die irakischen Gesundheitsinstitutionen ausser Stande, der Bevölkerung die nötige Hilfe zu gewährleisten.

"Armut, Unterernährung, Wassermangel und ungenügende medizinische Versorgung setzen der Gesundheit der irakischen Bevölkerung sehr zu", sagte Sabya Farooq, einer der Autoren des Berichtes. Ausserdem litten die Menschen unter der kriegsbedingten Umweltverschmutzung.

Auswirkungen des Krieges halten an

Nach den Worten von June Crown, Präsident der britischen IPPNW-Sektion, werden die Auswirkungen des Krieges noch viele Jahre lang zu spüren sein. Die internationale Gemeinschaft habe deshalb eine Verpflichtung, die langfristigen Auswirkungen des Krieges auf die Menschen so weit wie möglich zu lindern.

Die Medizinexperten waren nach eigenen Angaben seit März 2003 für die unabhängige Untersuchung der Gesundheits- und Umweltsituation in Irak unterwegs.

(bsk/sda)

 
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