In Tripolis
IS-Terrormiliz enthauptet 21 Kopten in Libyen
publiziert: Sonntag, 15. Feb 2015 / 06:05 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Feb 2015 / 06:04 Uhr

Kairo - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in Libyen nach eigenen Angaben koptische Christen enthauptet. Der IS veröffentlichte am Sonntag im Internet ein Video, das die Tötung mehrerer Geiseln an der Küste in der libyschen Hauptstadt Tripolis zeigt.

8 Meldungen im Zusammenhang
Die koptisch-orthodoxe Kirche bestätigte die Ermordung von 21 Christen. Demnach waren die Kopten als Gastarbeiter in Libyen und "gerade auf dem Heimweg nach Ägypten, als ihr Bus von den Terroristen aufgehalten wurde".

Das bestätigte der Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, der deutschen "Bild"-Zeitung. Die Terroristen verlangten demnach die Ausweise der Gastarbeiter, zwangen die Kopten zum Aussteigen.

"Zuerst dachten wir an eine Entführung, doch eine Lösegeld-Forderung wurde nie gestellt", so Bischof Damian weiter. Angehörige der ägyptischen Kopten, deren Religion in ägyptischen Ausweisen vermerkt ist, wandten sich darauf an die ägyptische Regierung, baten um Hilfe.

"Wir wollten, dass diesen Menschen geholfen wird - doch die Behörden taten nichts. Und jetzt wurden diese Menschen getötet, nur weil sie Christen sind", sagte der Bischof. Islamisten verfolgten die Kopten in der Region bereits seit Jahren mit extremer Gewalt.

"Weil sie kein Kopftuch tragen"

"Männer werden systematisch gesucht, verfolgt, ermordet! Unsere Frauen und Mädchen werden auf offener Strasse attackiert, weil sie kein Kopftuch tragen", sagte Damian. Das Video eines IS-Ablegers aus Libyen war am Sonntag im Internet aufgetaucht.

Darin tragen die Opfer orangefarbene Kleidung, wie sie oft von IS-Geiseln getragen wird. In dem Video ist die Enthauptung von mindestens zehn Geiseln zu sehen. Das ägyptische Staatsfernsehen sendete Ausschnitte aus dem Video.

Darin sagt einer der maskierten Täter, der eine Militäruniform trägt und ein Messer auf die Kamera richtet, auf Englisch: "Wir befinden uns hier südlich von Rom, im Land des Islam Libyen (...) das Meer, in dem ihr die Leiche von Scheich Osama bin Laden versteckt habt, wir schwören bei Allah, wir werden es mit eurem Blut mischen."

Al-Kaida-Chef Osama bin Laden war im Mai 2011 bei einer US-Kommandoaktion in Pakistan getötet worden. Seine Leiche wurde an einem geheim gehaltenen Ort im Meer versenkt.

Al-Sisi ruft Sicherheitskabinett ein

Ägyptens Präsident al-Sisi berief nach der Gräueltat im Nachbarland Libyen das Sicherheitskabinett ein, dem neben ihm auch die Minister für Verteidigung und Inneres sowie führende Militärvertreter angehören.

Die Al-Aschar-Universität in Kairo, eine angesehene islamische Universität, nannte die Ermordung der Kopten "barbarisch". Die Universität habe von den Enthauptungen "einer Gruppe unschuldiger Ägypter mit grosser Sorge und Trauer" erfahren.

"Al-Aschar betont, dass solch eine barbarische Tat nichts mit einer Religion der menschlichen Werte zu tun hat." Die koptische orthodoxe Kirche erklärte, sie sei "zuversichtlich", dass die Mörder der Ägypter bestraft würden.

Gefährdete Kopten

Am Donnerstag hatten die Dschihadisten in ihrer Onlinezeitung "Dabik" gemeldet, sie hätten 21 koptische Ägypter in ihrer Gewalt. Der libysche Arm des IS hatte im Januar die Entführung von 21 Kopten gemeldet, die Behörden in Kairo bestätigten ihrerseits die Entführung von 20 Ägyptern in Libyen.

Kopten waren in Libyen, das seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 keine funktionierende Staatsgewalt hat, bereits mehrmals Opfer von Gewalt.

Der IS brüstet sich immer wieder mit der Tötung von Geiseln. Zuletzt hatte die Gruppe in Syrien einen jordanischen Piloten bei lebendigem Leib verbrannt und zwei Japaner enthauptet.

(flok/sda)

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Traurig daran ist, dass uns u.a. die IS mittelalterliche Tatsachen wieder ...
... täglich vor Augen, die Sinne führt:
Banditentum, Terror, wildes Töten, völlig haltloses Abschlachten von Menschen, auch Kindern und alten Leuten - erschreckend hemmungslos! Alles un-menschliches Verhalten der übelsten Art!

Das fast noch Schlimmere, denke ich, ist, dass wohl fast jede/r dieser jetzt wirklichen Mördern, Mörderinnen dieses Tun meistens wohl vorher am Computer mit so genannt "harmlosen" Kampf- oder Kriegs-"Spiel"-Programme "angewöhnt" haben und "erlernen" konnten, wie es sich anfühlt, wenn man die/den noch virtuellen Gegner kampfunfähig, tot schiessen kann ...!

NUR ein Spiel? Ich denke NEIN !

Solche Spiele sind nicht mehr harmlos, sondern gleichwertig harten Drogen, die das Gehirn und damit den Menschen krank und willenlos machen – wenn die Spieler dies nicht beachten können! Warum die Politik dies nicht längst kapierte, das ist mir schleierhaft!

Denn gerade diese, die Politik, die Politiker, DIESE Menschen, wenn sie denn noch menschliche Menschen sind oder sein können (!?), müssten eigentlich jetzt und hier aufschrecken und aufwachen und eingreifen UND den Bezug von (heute) z.B. dem IS und dessen Terror und zu den grauenhaften Geschehnissen und zu den abartigen Computerspielen herstellen können!

Wir wählen, zumindest hier in der Schweiz, ja Leute, Menschen in die politischen Gremien von Gemeinden, Kantonen und Bundesbehörden, damit "SIE", neben dem Reden, auch etwas tun und bewegen!

ALSO denn, jetzt macht ENDLICH verbindliche, harte, ethisch saubere Gesetze im Nationalrat/Ständerat und in den kantonalen und kommunalen Parlamenten, damit zumindest hier bei uns diese kranken Geister/Hirne/Menschen nicht weiter ihr grauenhaftes Un-wesen vorbereiten und dann ausüben können – Dies - bis jetzt noch - vorerst im Ausland - aber nicht weit von unseres Schweizer Grenzen entfernt … - Paris ist ja nahe - mit dem TGV zum Beispiel schnell erreichbar ...!
Einen...
komplexen Gegner kann man nur besiegen, wen man ihn kennt und versteht.
Und genau daran scheitert der Westen, wenn es darum geht, den Krieg, der ihm lange vor dem 11. September 2001 erklärt wurde, zu gewinnen.
Solange nur bestimmte Ursachen wie Armut, Diskriminierung, Korruption diskutiert werden dürfen, jedoch nicht teifgehender der Frage nachgegangen werden darf, wie die Gewalt im Islam verankert ist, solange ist dieser Krieg nicht zu gewinnen.
Pauschale Urteile, wie "alle Religionen sind für den Frieden", oder "man kann jede Religion missbrauchen" helfen nicht weiter, warum die Gewalt derart heftig aus islamischen Gesellschaften kommt und nicht genauso aus christlichen, jüdischen und buddhistischen. Keineswegs leiden nur Muslime unter Problemen, sondern beispielsweise auch afrikanische Christen, pakistanischen Hindus, indochinesische Buddhisten, die jedoch keineswegs derartig mit Gewalt reagieren, wie Muslime das tun.
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