IS-Vormarsch
IS enthauptet US-Bürger Peter Kassig
publiziert: Sonntag, 16. Nov 2014 / 11:02 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 16. Nov 2014 / 18:08 Uhr
Nach Angaben von IS-Milizionären wurde ein weiterer US-Bürger enthauptet. (Symbolbild)
Nach Angaben von IS-Milizionären wurde ein weiterer US-Bürger enthauptet. (Symbolbild)

Beirut - Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hat nach eigenen Angaben eine weitere westliche Geisel enthauptet. Dabei soll es sich um den US-Bürger Peter Kassig handeln.

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Auf einem vom IS am Sonntag im Internet veröffentlichten Video war ein maskierter Mann zu sehen, einen blutigen abgeschlagenen Kopf zu seinen Füssen. Die Tat selbst wurde diesmal nicht gezeigt. Der Vermummte erklärte in englischer Sprache mit britischem Akzent, der Tote sei Kassig.

Die US-Regierung erklärte, es werde überprüft, ob es sich bei dem Toten tatsächlich um Kassig handle. Der britische Premierminister David Cameron äusserte sich schockiert. Die IS-Miliz habe einmal mehr ihre Verdorbenheit bewiesen, sagte Cameron, der sich wegen des G20-Gipfels in Australien aufhielt, per Twitter.

Eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA sagte, sollte es sich tatsächlich um Kassig handeln, sei die US-Regierung «entsetzt über den brutalen Mord an einem unschuldigen amerikanischen Helfer».

Ehemaliger Soldat und Entwicklungshelfer

Der aus Indianapolis (Indiana) stammende Kassig leistete nach Angaben der «Washington Post» Armeedienst und war Mitglied des bekannten 75. Ranger Regiments. Der Infanterist habe mit seiner Einheit von April bis Juli 2007 im Irak gedient. Nach seinem ehrenhaften Ausscheiden aus dem Armeedienst aus medizinischen Gründen habe Kassig begonnen, Politikwissenschaft zu studieren, berichtete das Blatt weiter.

Demnach reiste er während seiner Semesterferien in den Nahen Osten. Er gründete eine eigene kleine Hilfsorganisation. Von der türkischen Grenzstadt Gaziantep aus transportierte er später unter anderem Erste-Hilfe-Lieferungen nach Syrien und arbeitete in humanitären Projekten mit. Der 26-Jährige wurde im Oktober 2013 in Dair as-Saur im Osten Syriens entführt.

In einer E-Mail an seine Eltern hatte er kürzlich geschrieben: «Ich zog aus, um das Leiden zu erleichtern und den Bedürftigen zu helfen.» Er war zum Islam konvertiert und nannte sich Abdul-Rahman.

Weitere Enthauptungen

Kassigs Eltern baten die Medien um einen zurückhaltenden Umgang mit dem von den Dschihadisten veröffentlichten Video. «Die Familie bittet die Medien, den Geiselnehmern nicht in die Hände zu spielen, indem sie Bilder oder das Video der Entführer veröffentlichen», teilten Ed und Paula Kassig per Twitter mit. «Wir ziehen es vor, wenn an die wichtige Arbeit unseres Sohnes erinnert wird, an die Liebe, die er mit Freunden und Familie teilt.»

Kassig war zuletzt in einem IS-Video zu sehen, das die Enthauptung des Briten Alan Henning zeigte. In den vorangegangenen Hinrichtungsvideos jeweils zum Ende gezeigte westliche Geiseln sind später von IS-Milizionären getötet worden.

In dem neuen Video ist auch zu sehen, wie 18 am Boden knienden Gefangenen, bei denen es sich um Offiziere und Piloten der syrischen Streitkräfte handeln soll, der Kopf abgeschlagen wird. «Morgen werden wir Deine Soldaten abschlachten», sagt der Vermummte an US-Präsident Barack Obama gerichtet. Und er droht auch mit IS-Angriffen in den USA.

Der Islamische Staat hat in weiten Teilen Syriens und des Iraks die Kontrolle an sich gerissen und über die Grenze hinweg ein Kalifat errichtet. Die Extremisten haben Medienberichten zufolge bereits weitgehende staatliche Strukturen errichtet.

(asu/sda)

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der Brutalität des IS ist ein Muster zu erkennen, das bestimmten Zielen folgt. Zum einen lockt die Brutalität genau die Art von Menschen an, aus denen man exzellente Soldaten machen kann. Und zum anderen erschafft sich der IS durch die Vertreibungen ein Gebiet, in dem es keine Opposition mehr gibt, auf die der Westen Einfluss nehmen kann. Der IS hat offensichtlich aus Afghanistan, Libyen und Syrien die richtigen Lehren gezogen. Im Endeffekt wird im Grenzgebiet zwischen Irak und Syrien eine Art "sunnitischer Iran" entstehen.
Für die USA ist diese Entwicklung natürlich das Worst-Case-Szenario, weil sie so die Kontrolle über eine ganze Region, inklusive der Erdöls, zwischen Mittelmeer und Hindukusch verlieren. Diese Entwicklung lässt sich jedoch nicht mit Luftangriffen stoppen. Selbst der Einsatz von Bodentruppen ist wenig erfolgsversprechend, weil der IS kein regulärer Krieg führt.
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