Fortgesetzte Zerstörung
IS sprengt weitere Kulturstätten
publiziert: Sonntag, 8. Mrz 2015 / 21:56 Uhr

Bagdad - Die IS-Terrormiliz setzt im Irak die Vernichtung altorientalischer Kulturstätten fort. Die Dschihadisten zerstörten am Wochenende Altertümer in Al-Hadra und in der alten assyrischen Königsresidenz bei Chorsabad in der Provinz Ninive.

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Das irakische Ministeriums für Altertümer und Tourismus meldete, dass Mitglieder der IS-Terrormiliz Ruinen in der Jahrtausende alten Stadt Al-Hadra zerstörten. Al-Hadra liegt rund 110 Kilometer südlich der von der Terrormiliz beherrschten Stadt Mossul in der irakischen Provinz Ninive.

Die Stadt Al-Hadra hat ihre Ursprünge im dritten Jahrhundert vor Christus und ist eine von vier irakischen UNESCO-Weltkulturerbestätten. In der Ortschaft standen beeindruckende Ruinen, die vom Aufstieg des ersten arabischen Königreiches Hatrene zeugten. In ihrem Wert ist Al-Hadra mit den Ruinenstädten des syrischen Palmyra und des libanesischen Baalbek vergleichbar.

Laut Hamid al-Dschuburi, Leiter der Abteilung für Altertümer der Mossuler Universität, sollen IS-Kämpfer Ruinen in der Stätte mit Sprengstoff in die Luft gejagt haben. «Das stellt einen Verlust dar, der nicht aufgewogen werden kann», sagte Al-Dschuburi.

Zerstörungswerk geht weiter

Am Sonntag gab es Berichte, wonach IS-Kämpfer damit begonnen hätten, Ruinen in der alten assyrischen Königsresidenz bei Chorsabad in der Provinz Ninive zu sprengen. Dies sagte ein Mitarbeiter der Altertumsbehörde von Ninive der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Chorsabad liegt knapp zwölf Kilometer nördlich von Mossul. Gemäss der Altertumsbehörde hätten die IS-Kämpfer Teile der Ruinen gesprengt und weitere Kulturgüter aus Dur Scharrukin geplündert.

Erst Ende vergangener Woche hatten die IS-Kämpfer die einstige assyrische Hauptstadt Nimrud knapp 40 Kilometer südlich von Mossul angegriffen. Nach Angaben des irakischen Altertum-Ministeriums hatten die Extremisten die Stadt am Donnerstag überrannt und damit begonnen, die antike Stätte mit schwerem Gerät zu zerstören.

Ende Februar hatten die Dschihadisten ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung assyrischer Kulturgüter zeigt. So zertrümmerten sie Statuen im Museum Mossul und eine einzigartige assyrische Torhüterfigur, die mehr als 2600 Jahre alt ist.

In dem Video erklärt ein IS-Anhänger, die Statuen hätten der Vielgötterei gedient. Die Sunnitenmiliz beruft sich dabei auf eine Interpretation des Islams, die die bildliche Darstellung von Menschen und Gott verbietet.

Irakischer Hilferuf

Angesichts der Zerstörung antiker Stätten bittet der Irak um internationalen Schutz. «Die internationale Gemeinschaft muss mit den ihr möglichen Mitteln einschreiten», forderte der irakische Minister für Tourismus und Altertümer, Adel Fahad al-Scherschab, am Sonntag.

Konkret forderte er Luftangriffe der US-geführten Koalition gegen die IS-Miliz zum Schutz der Altertümer. Die IS-Angriffe auf die historischen Stätten wurden in Gegenden der nordirakischen Provinz Ninive verübt, wo die Armee keine Sicherheitskräfte im Einsatz hat.

Einen militärischen Rückschlag erlebte die Terrormiliz derweil im Westen des Landes. Am Freitag vertrieben Iraks Streitkräfte mit Luftunterstützung der internationalen Koalition die Extremisten aus der strategisch wichtigen Stadt Al-Bagdadi rund 120 Kilometer westlich der Hauptstadt Bagdad.

Vor einer Woche hatten die irakischen Streitkräfte eine Grossoffensive gegen den IS gestartet. Bei der Tikrit-Offensive stiess die irakische Armee auf Widerstand der IS-Miliz Islamischer. US-Generalstabschef Martin Dempsey zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Offensive bald zum Erfolg führt.

(bert/sda)

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