Operation «Bypass»
ISS-Astronauten reparieren defektes Kühlsystem
publiziert: Donnerstag, 1. Nov 2012 / 20:35 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 1. Nov 2012 / 21:41 Uhr
Suni Williams und Aki Hoshide arbeiten an der ISS.
Suni Williams und Aki Hoshide arbeiten an der ISS.

Berlin/Houston - Die Operation «Bypass» ist geglückt. Die Amerikanerin Sunita Williams und ihr japanischer Kollege Akihiko Hoshide haben am Donnerstagnachmittag erfolgreich ein defektes Kühlsystem der Internationalen Raumstation ISS repariert.

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Dies teilte das NASA-Kontrollzentrum in Houston mit. Die beiden Astronauten klemmten dazu die Ammoniakleitungen von einem Radiator ab, der vermutlich ein Leck hat, und schlossen sie an ein altes Aggregat an, das noch aus der Anfangszeit der Station stammt.

Die komplizierte Operation hatte um 13.29 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit 14 Minuten Verspätung begonnen und war um 20.07 Uhr beendet. Die Reparatur am Fusse einer der acht gewaltigen Sonnenbatterien der Station war erforderlich gewesen, weil sich das nicht genau lokalisierte Leck im Juni erheblich vergrössert hatte.

Spätestens im Januar hätte sich das System mangels Kühlflüssigkeit automatisch abgeschaltet. Das wiederum hätte die Energieproduktion erheblich beeinträchtigt. Deshalb wurde der "verdächtige" Radiator "isoliert", wie es die NASA-Experten nennen.

Von Ammoniaktröpfchen getroffen

Dabei traten einige wenige sehr kleine Ammoniaktropfen aus, die aber zwischen den Astronauten hindurch schwebten, ohne Schaden anzurichten. Nur einer oder zwei hätten seinen Helm getroffen, teilte Hoshide mit.

Sollte das Leck jetzt beseitigt sein, wovon die NASA ausgeht, muss entschieden werden, ob man bei der derzeitigen Konfiguration des Kühlsystems bleibt oder später einen neuen Radiator einbaut. Wenn sich allerdings wider Erwarten herausstellt, dass weiter Ammoniak ausläuft, kommt man um eine erneute Reparatur nicht herum.

Fast 51 Stunden im freien Raum

Der Ausstieg war der 166. im Laufe der mehr als zehnjährigen Geschichte der ISS. Bei sieben davon war Sunita Williams dabei, die bereits 2006/2007 rund 195 Tage in der Station gearbeitet hat.

Mit nunmehr 50 Stunden und 40 Minuten im freien Raum hat sie ihren Frauenweltrekord ausgebaut und rangiert damit auf Platz 5 der Weltbestenliste. Absoluter "Aussteiger" ist der Russe Anatoli Solowjow mit knapp 70 Stunden bei 14 Aussenbordeinsätzen.

 

(bert/sda)

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