«Idomeneo»-Aufführung ohne Zwischenfälle
publiziert: Dienstag, 19. Dez 2006 / 12:42 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 19. Dez 2006 / 13:21 Uhr

Berlin - Kontrollen wie auf dem Flughafen, Leibwächter in Zivil und Uniformierte in Grün: Bei der Wiederaufführung von Mozarts «Idomeneo» herrschte an Berlins Deutscher Oper am Montagabend Ausnahmezustand.

Polizei: «Noch nie haben wir eine Opernveranstaltung derart abgesichert.»
Polizei: «Noch nie haben wir eine Opernveranstaltung derart abgesichert.»
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Doch die Befürchtung, Proteste oder gar Gewalt würden die umstrittene Inszenierung stören, lief ins Leere.

Nur vereinzelt hallten Buhrufe durch das mit 1600 Zuschauern nicht ganz ausverkaufte Opernhaus.Vor dem Haus demonstrierten einige wenige christliche Fundamentalisten.

Bei der Schlussszene, in der die abgeschlagenen und bluttriefenden Köpfe der Religionsstifter Jesus, Buddha und Mohammed sowie des griechischen Gottes Poseidon präsentiert werden, riefen nur einige vereinzelte Zuschauer «Aufhören» in den Raum. Zum Abschluss gab es langen Applaus für die Künstler.

Politisches Interesse

Zur Rückkehr der drei Jahre alten Produktion von Regisseur Hans Neuenfels auf den Spielplan der Deutschen Oper waren zahlreiche Politiker und Vertreter muslimischer Verbände gekommen. Der aus der Türkei stamende Berliner PDS-Abgeordnete Giyasettin Sayan nannte die Inszenierung «interessant».

Rund 250 Journalisten aus aller Welt hatten sich für die Aufführung im grössten Opernhaus Berlins angesagt. Die Fernsehsender 3Sat und RBB sendeten live aus dem Foyer.

Kontrollen verzögern Beginn

«Noch nie haben wir eine Opernveranstaltung derart abgesichert», sagte Polizeisprecher Bernhard Schodrowski. Mit halbstündiger Verspätung, aber ohne grössere Zwischenfälle hatten sich um 20.00 Uhr die Türen geschlossen. Die Fernsehkameras mussten draussen bleiben.

Mehrere prominente Muslime, unter ihnen der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, und der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, wollten sich das Werk nicht ansehen. Vertreter aus beiden grossen christlichen Kirchen zeigten Verständnis für die Ablehnung einiger Muslime.

Eine weitere Aufführung ist für den 29. Dezember vorgesehen.

(bert/sda)

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