«Idomeneo»-Podium in Berlin
publiziert: Dienstag, 3. Okt 2006 / 15:20 Uhr

Berlin - Die umstrittene Absetzung der Mozart-Oper «Idomeneo» stand im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion an der Deutschen Oper Berlin.

Theatermacher, Politiker und andere gesellschaftliche Kräfte diskutierten die Absetzung des Stückes an der Deutschen Oper.
Theatermacher, Politiker und andere gesellschaftliche Kräfte diskutierten die Absetzung des Stückes an der Deutschen Oper.
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Berlins Innensenator Ehrhart Körting räumte dabei erneut ein, möglicherweise falsch gehandelt und ohne vorherige gründliche Debatte nur auf den Sicherheitsaspekt gesetzt zu haben. «Aber besser zu viel als zu wenig. Ich streue da keine Asche auf mein Haupt».

Auch die Intendantin Kirsten Harms rechtfertigte ihre «schwierige Abwägung» zu Gunsten der Sicherheit des Publikums und ihrer Mitarbeiter im Opernhaus. Die Oper könne wieder auf den Spielplan gesetzt werden, «wenn es dafür ein Sicherheitskonzept und eine Mitverantwortung der Sicherheitsbehörden gibt», betonte Harms.

Sie habe nach den ersten Anrufen des Landeskriminalamtes im Mai und Juni zunächst nicht daran gedacht, die Inszenierung von Hans Neuenfels, in deren Schlussszene die abgeschlagenen Köpfe von Mohammed, Buddha und Jesus auf die Bühne gebracht werden, abzusetzen. «Die Lage änderte sich durch den Anruf des Innensenators», was den Ausschlag zu Gunsten ihrer Fürsorgepflicht für 2000 Menschen gegeben habe.

Kunst habe «die Pflicht zur Unruhe und zu stören»

Der Intendant des Hamburger Thalia Theaters, Ulrich Khuon, meinte dagegen, die Kunst habe «die Pflicht zur Unruhe und zu stören». Auch der Berliner Kultursenator Thomas Flierl plädierte für die Freiheit der Kunst, «die auch den Tabubruch enthalten darf».

Der Berliner Bischof Wolfgang Huber meinte, «das Abschlagen von Köpfen ist nicht ideal, auch wenn sie aus Pappmaché sind». Man dürfe die Kraft der Bilder nicht unterschätzen. Natürlich sei er dafür, die Inszenierung so bald wie möglich wieder auf den Spielplan zu setzen, aber über das Schlussbild sollte gründlich diskutiert werden.

(fest/sda)

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