Idylle und Romantik in St. Gallen
publiziert: Freitag, 29. Apr 2005 / 17:34 Uhr

St. Gallen - Sehnsucht nach Arkadien? Die neue Ausstellung "Idyllisch - von der Romantik bis zur Gegenwart" im Kunstmuseum St. Gallen stillt sie.

Die Hintergrundgeräusche Arkadiens werden u.a. mit Werken von Pablo Picasso untermalt.
Die Hintergrundgeräusche Arkadiens werden u.a. mit Werken von Pablo Picasso untermalt.
"Wir sind hoffnungslos sentimental", kommentierte Kurator Konrad Bitterli an der Medienorientierung zur Ausstellungseröffnung die Idyllenschau mit Augenzwinkern. Der Hang zur sentimentalen Verklärung ist mit einer guten Portion Humor gewürzt. Es sind durchaus brüchige Idyllen. Die Ausstellung bietet einen kitschfreien, frischen Blick auf die Idylle.

Es rauscht das Meer, der Kuckuck ruft, Maria Callas singt: Die Hintergrundgeräusche Arkadiens untermalen rund 60 Werke von rund 40 Künstlerinnen und Künstlern, darunter Rudolf Koller, Cuno Amiet, Carl Spitzweg, Camille Corot, Ferdinand Hodler und Pablo Picasso.

Romantische Reise

Durch sechs Stationen führt die romantische Reise aus der Sammlung, die jeweils nur in Bruchstücken gezeigt werden kann: Landschaft: arkadisch - romantisch - heroisch; Spaziergänge und Naturfreuden; Wälder, Höhlen, Quellen und Nymphen; Schafe, Hirten Schäfer; häusliches Glück; Idyllen und Ideale, thematisch streng geordnet, chronologisch tüchtig durcheinander gewirbelt.

Es beginnt zutiefst romantisch mit Rudolf Kollers Schafweg in den Alpen (1883). Aber schon im ersten Raum wirkt die dünne Folie des Idyllischen trügerisch: Cuno Amiets Mutter mit Kind (1889/99) wird konfrontiert mit Claudio Mosers Margarethen V, 2004. Eine vordergründig romantische Naturszenerie entpuppt sich in der Raumtiefe als prosaischer Fussballplatz.

Süsse Versuchung

Mitten in die süssen Versuchungen der wunderbarsten Idyllen haben sich Arbeiten geschlichen, die nicht nach hehrer Kunst aussehen, etwa Silvie Defraouis Mirador-Video mit tropischem Grün, Zeichnung im Sand, Kuckuck und Callas.

Oder die Installation von Zeljka Marusic und Andreas Helbling Montes negros, 2003. Ein Bühnenbild mit gelacktem schwarzen Gebirge, bildschön mit Videoprojektion - dahinter die Konstruktion aus kruden Holzlatten und Pappkartons.

Kuschelspass

Drinnen ist es kuschelig mit weissen Schaffellen und Johann Jakob Nüeschs Hüterknabe mit Schaf, 1876 - gebrochene Fluchtbilder vom goldenen Zeitalter, untermalt von hypnotischen Flötenklängen.

Federzeichnungen und Aquatinta-Radierungen von Adrian Zingg (1734-1816) werden flankiert von Caro Niederers Silsersee mit Waldhaus, 2002, Ferdinand Hodlers Lied aus der Ferne (1902/03) von Picassos Deux personnages (1968).

(bsk/sda)

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