Ignatjew hatte niemand auf der RechnungMit nicht weniger als vier Rundengewinnen ist Michail Ignatjew Olympiasieger im Punktefahren geworden. Der erst 19-jährige Russe bewies Tempofestigkeit und Übersicht. Silber ging an Juan Llaneras (Sp), Bronze an Guido Fulst (De).
(bert/sda)

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Vor zwei Jahren war Ignatjew als Junior Weltmeister im Punktefahren.
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«Unser Entscheid war richtig, Franco nicht im Punktefahren einzusetzen. Das wäre kein Rennen für ihn gewesen», hielt der Schweizer Coach Markus Nagel zum Forfait von Marvulli fest. Der Zürcher wäre bei den steten Angriffen untergegangen, weil er zwischendurch Atempausen zur Erholung benötigt. Diese wird er im Madison eher haben, wenn er mit einem Partner im Einsatz ist.
Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von beinahe 50 km/h im Punktefahren wäre zu erwarten gewesen, dass sich nur ein Fahrer durchsetzen kann, der mit seinen Kräften haushälterisch umgeht. Bei Michail Ignatjew war das Gegenteil der Fall. Drei seiner vier Rundengewinne vollzog der Russe alleine. Möglicherweise hatten ihn die Spezialisten aus dem Sechstage-Lager zu wenig auf ihrer Rechnung. Aber Ignatjew ist kein unbeschriebenes Blatt. Vor zwei Jahren war er als Junior Weltmeister im Punktefahren und WM-Zweiter in der Verfolgung.
Der Deutsche Fulst lag zwischenzeitlich in Führung, kam aber auf der zweiten Distanzhälfte gegen Ignatjew und am Schluss auch gegen Llaneras nicht an. Der Spanier war zusammen mit Mark Renshaw (Au, 6.) der einzige Fahrer, der drei Punktewertungen zu gewinnen vermochte. Llaneras, vor vier Jahren in Sydney Olympiasieger im Punktefahren, sprach nach seinem 2. Platz von einem komischen Rennen, bei dem die Taktik keine Bedeutung gehabt habe und die Angriffe im Vordergrund gestanden hätten.
Sprint-Entscheidung in der «Belle»
Im Sprint der Männer musste eine «Belle», ein entscheidender dritter Lauf, über den Olympiasieg entscheiden. Weltmeister Theo Bos hatte etwas überraschend den ersten Lauf gegen Ryan Bayley gewonnen. In den beiden anderen Einsätzen setzte sich aber der erst 22-jährige Australier sicher durch.
Bei den Frauen feierte Lori-Ann Muenzer im Alter von 38 Jahren ihren grössten Erfolg. Die Kanadierin, die es noch nie zu einem WM-Titel brachte, eliminierte im Halbfinal die taktisch über kein grosses Repertoire verfügende 500-m-Olympiasiegerin Anna Meares (Au). Im Final stand Muenzer mit Tamilla Abassowa (Russ) ein Neuling gegenüber, der vor fünf Jahren bei der Junioren-WM auf dem alten Velodrom von Athen Zweiter im Sprint geworden war. Die Kanadierin hatte mit Abassowa in beiden Läufen leichtes Spiel.
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