Rückschritt
Illegale Abtreibung in Spanien
publiziert: Freitag, 20. Dez 2013 / 18:28 Uhr
Ministerpräsident Mariano Rajoy erfüllt ein Wahlversprechen. (Archivbild)
Ministerpräsident Mariano Rajoy erfüllt ein Wahlversprechen. (Archivbild)

Madrid - Spaniens konservative Regierung will das Recht auf Abtreibung deutlich einschränken. Der am Freitag vom Kabinett beschlossene Gesetzesentwurf sieht vor, dass ein Schwangerschaftsabbruch nur noch im Falle einer Vergewaltigung oder bei einer Gesundheitsgefährdung der werdenden Mutter erlaubt ist.

6 Meldungen im Zusammenhang
Dies sagte Justizminister Alberto Ruiz-Gallardón. Frauenrechtler und die Opposition hatten das Vorhaben scharf kritisiert. Bisher gilt in Spanien ein Recht auf Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche. Die Frist kann bis zur 22. Woche verlängert werden, wenn ein Risiko für die Gesundheit der Frau besteht oder es Hinweise auf schwere Behinderungen des Ungeborenen gibt.

Die Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy will die von der sozialistischen Regierung im Jahr 2010 eingeführte Regelung nun wieder rückgängig machen. Eine Verabschiedung des Gesetzes im Parlament gilt als wahrscheinlich, da die Volkspartei dort über eine absolute Mehrheit verfügt.

Die Regierung knüpft damit an ein Gesetz aus dem Jahr 1985 an, auch wenn eine Abtreibung anders als damals nicht mehr als Straftat gelten soll. Das Vorhaben war ein Wahlversprechen Rajoys.

Kritiker sprechen von Rückfall

Die stellvertretende Vorsitzende der Sozialisten, Elena Valenciano, sprach von einer «unbegreiflichen Einschränkung der Freiheit von Frauen». Frauenrechtler warnten, Spanien werde dadurch um 30 Jahre zurückgeworfen.

Auch der Vorsitzende des Bündnisses für Familienplanung, Luis Enrique Sánchez, warnte vor einem Rückfall in die 80er Jahre, als spanische Frauen gezwungen gewesen seien, für Abtreibungen nach Frankreich oder Grossbritannien zu reisen.

In nahezu allen europäischen Ländern sind Abtreibungen legal. In einer Umfrage vom Mai hatten sind 46 Prozent der Spanier für eine Beibehaltung der derzeitigen Gesetzeslage ausgesprochen. 41 Prozent waren für eine strengere Regelung.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Madrid - Tausende Demonstranten haben in Madrid gegen die geplante ... mehr lesen
Die Spanier setzen sich für ein Recht auf Abtreibung ein.
Madrid - Tausende Demonstranten haben in Madrid gegen die geplante Verschärfung des Abtreibungsrechts in Spanien protestiert. Mit Rufen wie «Freie Abtreibung» empfingen sie am Samstag einen «Zug der Freiheit» mit dutzenden Frauenrechtlerinnen, die am Vortag von Gijón im Norden des Landes Richtung Hauptstadt aufgebrochen waren. mehr lesen 
Im neuen Gesetz sei ein Schwangerschaftsabbruch wegen Behinderungen nicht vorgesehen.
Madrid - In Spanien haben die Bestrebungen der konservativen Regierung zur Verschärfung des Abtreibungsrechts eine heftige Debatte entfacht. Hunderte demonstrierten am Sonntag in Madrid ... mehr lesen
Madrid - Hunderte Menschen haben ... mehr lesen
Die bisherigen Abtreibungsgesetze Spaniens sollen an europäische Normen angepasst werden.
Nach der bisherigen Gesetzgebung aus dem Jahre 1985 waren Abtreibungen in Spanien grundsätzlich verboten. (Im Archivbild Madrid)
Madrid - Tausende Menschen haben ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Madrid - Die Madrider Regierung hat ... mehr lesen
Derzeit sind in Spanien Abtreibungen nur in Ausnahmefällen zugelassen.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 11°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Basel 12°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 13°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Bern 11°C 16°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Nebelfelder
Luzern 12°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebelfelder
Genf 12°C 17°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Nebelfelder
Lugano 14°C 16°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten