Illegales Downloaden ist 'uncool'
publiziert: Mittwoch, 16. Feb 2005 / 09:35 Uhr

Die Comicfigur Geret the Feret soll Kindern und Jugendlichen in den USA vermitteln, dass illegales Downloaden "uncool" ist. Dennoch seien gerichtliche Verfahren unvermeidbar, da sie eine grössere Wirkung hätten, so ein Vertreter der US-Musikindustrie.

Jetzt will man schon den Schulkindern klar machen, dass illegale Downloads nicht erlaubt sind.
Jetzt will man schon den Schulkindern klar machen, dass illegale Downloads nicht erlaubt sind.
Die Musikindustrie, vertreten durch MGM Studios verklagte die zwei Softwareproduzenten Grokster und Stream Cast Networks, weil sie illegale Filesharing-Software anbieten, berichtet die New York Times.

Doch auch nach Entscheidung des Gerichtshofs wird es noch lange dauern bis Filesharing-Gegner und -Befürworter sich einig sein werden, welche Art von kostenlosem Filesharing legal ist und welche nicht.

Technologiestopp angedroht

Die Gräben zwischen der Unterhaltungsindustrie und Filesharern vertiefen sich weiter. Die Industrie droht damit, die Entwicklung neuer Technologien im Keim zu ersticken, notfalls mit Hilfe gerichtlicher Schritte.

Filesharing-Befürworter malen ein Bild gieriger, profitorientierter Unternehmen und vertreten die Ansicht, dass das Herunterladen Copyright-geschützter Werke kein Diebstahl ist.

Radikale Vertreter dominieren

Bei dieser Kontroverse gewinnen auf beiden Seiten meist die Radikaleren Vertreter die Oberhand. So werden Filesharing-Befürworter, die einsehen, dass illegales Filesharing falsch ist und sich für strikte Schutzmechanismen von Fair-Use einsetzen, von Gegnern als Diebstahlsbefürworter bezeichnet.

Kopierschutz im Internet ist auch in Frankreich ein heisses Thema. Ein vergangene Woche im Wochenmagazin Nouvel Observateur erschienener Aufruf zum Stopp der Verfolgung von Filesharern sorgt für heftige Debatten bei Musikindustrie, Politikern, Künstlern und Filesharern.

Kampagne gegen Verfolgung

Die erste Verurteilung eines Filesharers motivierte Aktivisten, die Gratis-Musikdownloads für selbstverständlich erachten, eine Kampagne gegen die strafrechtliche Verfolgung von Raubkopierern zu starten.

Auch einige französische Musiker wie Dominique A oder Keren Ann, schlossen sich dem Appell im Nouvel Observateur an, heisst es in der französischen Tageszeitung Le Figaro.

Frankreichs Politiker schlagen sich deutlich auf die Seite der Musikindustrie und verurteilen das Konzept von Gratismusik, das ein Parlamentsabgeordneter als Illusion bezeichnet.

Uneinsichtige Nutzer

Der Präsident der Motion Picture Association of America, Dan Glickman, weist indes auf die Schwierigkeit hin, den Menschen die kriminelle Natur von illegalen Downloads zu vermitteln.

"Vor dem Computerzeitalter war es einfacher. Den Leuten war klar, dass sie nicht eine Videokassette aus dem nächsten Videoladen klauen dürfen".

(mo/news.ch)

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