Im Glanz von Hitzfelds Ruhm gesonnt
publiziert: Donnerstag, 11. Sep 2008 / 17:47 Uhr

Die Schweizer Profis haben sich am Mittwoch gegen Luxemburgs Amateure im Glanz von Ottmar Hitzfelds Ruhm gesonnt und geglaubt, mit einem Trainer dieses Formats sei die WM-Qualifikation ein Selbstläufer. Das Erwachen war brutal.

Die Resultattafel mit dem blamablen Schlussresultat.
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Als Messias wurde der zweifache Welttrainer des Jahres und insgesamt 25-fache Titelgewinner in der Schweiz empfangen, was beinahe dazu führte, dass Hitzfeld dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) eine Absage erteilte.

Es ging dann gleich optimal los: Das erste und einzige Testspiel gegen Zypern wurde mühelos 4:1 gewonnen. Die Mahnungen des Coaches, es sei vieles nicht gut gewesen und Verbesserungen dringend nötig, wurden ob des schönen Ergebnisses in den Wind geschlagen.

Schlimmer noch als das 4:1 von Genf war für die Schweizer Nationalmannschaft die glückliche 2:0-Führung in Tel Aviv gegen Israel, die am letzten Samstag ohne grossen Aufwand zustande gekommen war.

Jetzt war offenbar für den Allerletzten klar, dass unter Hitzfeld nichts würde schiefgehen können. Selbst die beiden bitteren und unnötigen Gegentore gegen die Israeli in der Schlussphase vermochten das Bild nicht mehr zu trüben. Gegen Luxemburg waren nur der Zeitpunkt des ersten Treffers und die Höhe des Resultats ein Thema.

Hitzfeld lobte im Vorfeld den Charakter des Teams, das diesen Gegner keinesfalls unterschätzen würde. Dies war auch für die Medien Grund genug, mit keiner Zeile an der Stärke dieser Schweizer Mannschaft zu zweifeln.

Keine Leader-Typen

Eine Equipe aus Schülern, Studenten und Angestellten, die mit riesigem Kämpferherzen einzig um die eigene Ehre spielte, deckte die Schwächen der überschätzten Schweizer Mannschaft mühelos auf.

Dem Hitzfeld-Team mangelt es an Leaderfiguren, an Typen wie Jörg Stiel, Pascal Zuberbühler, Johann Vogel oder Patrick Müller, die in kritischen Situationen die Nerven behalten, das Spiel beruhigen, die unerfahrenen Mitspieler dirigieren und in der Kabine auch einmal auf den Tisch hauen können.

Am Mittwoch waren es gerade die Routiniers Ludovic Magnin, Tranquillo Barnetta und Alex Frei, die zu stark mit eigenen Problemen beschäftigt waren. Magnin und Barnetta spielten unterirdisch schlecht; sie suchen seit Wochen ihre Bestform.

Frei fehlten nach der dreimonatigen Verletzungspause verständlicherweise Rhythmus und Spielpraxis. Leicht nachvollziehbar, dass es angesichts dieser internen Probleme für die Neuen (Alain Nef, Valentin Stocker, Almen Abdi) schwierig wurde, Nerven und Übersicht zu behalten.

Inler und Nkufo

«Es hat kaum ein Spieler die Leistung gezeigt, zu der er eigentlich fähig wäre», sagte Hitzfeld. Ihrer Normalform noch am nähesten gekommen seien Gökhan Inler und Blaise Nkufo. Weshalb er Freistoss-Spezialist Hakan Yakin, der unter Hitzfeld bereits zwei Tore erzielt und an allen drei WM-Ausscheidungs-Treffern beteiligt war, bereits nach 65 Minuten aus dem Spiel genommen habe, wollte der Nationalcoach gestern nicht beantworten. «Man kann jetzt natürlich über jede Auswechslung diskutieren», sagte er nur.

Entscheidend für das Debakel gegen Luxemburg sei die instabile Psyche gewesen, glaubt Hitzfeld. In der Tat, die Schweizer Mannschaft lässt sich zu leicht aus dem Tritt bringen. Schon nach dem 0:1 wurde dauernd mit dem Schiedsrichter über jeden Pfiff diskutiert und einmal gar die Fairness mit Füssen getreten, als ein Luxemburger verletzt am Boden lag und die Schweizer über zehn Sekunden lang weiterspielten.

Die verflixten Schlussminuten

Zum vierten Mal in den letzten fünf Ernstkämpfen hat die Schweiz ein Spiel in den Schlussminuten verloren oder den sicheren Sieg aus der Hand gegeben. Das spricht tatsächlich nicht für ein starkes Nervenkostüm. Doch diese Erscheinung ist nicht neu: Seit der WM 2006 in Deutschland und dem peinlichen Penaltyschiessen gegen die Ukraine weiss die ganze Welt um die schwachen Nerven der Schweizer.

Danach wurden auch die Testspiele gegen Japan (3:4), die USA (0:1) und Nigeria (0:1) in der Schlussphase verloren, ehe an der EM die bitteren Niederlagen gegen Tschechien und die Türkei nach späten Gegentoren folgten.

Psychologe nötig

Der Schweizer Staff wurde seit der letzten WM nochmals mit Fitness-Kapazitäten verstärkt. Vielleicht täte der Verband gut daran, einmal einen Psychologen unter Vertrag zu nehmen.

(Von René Baumann/Si)

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Die Erde dreht sich weiter
Vielleicht überschätzen die Schweizer ihre Nati auch immer nur wieder. Offenbar spielen die Jungs halt doch nicht so stark, wie man oft meint oder hofft. Wir werden uns damit abfinden müssen, dass die guten Zeiten unter Roy Hodgson und Co. halt vorüber sind. Doch das Leben wird auch so für uns alle weiter gehen und die Erde dreht sich genauso wie vorher. Mein Gott, haben wir keine anderen Probleme in der Schweiz?
ja... gleiche rechte
nein, klar! sie dürfen sich die gleichen rechte nehmen! sie dürfen von mir aus durchaus absolut scheisse spielen und müssen nicht mal mehr was tun! sie dürfen von mir aus gerne ihre kohle nehmen und müssen nicht mal mehr auf dem fussball-platz erscheinen! aber dafür muss ich ihnen ja sicher nicht auch noch zujubeln und "hopp schwiiz" rufen oder? ;-)
ausserdem fühle ich mich auch absolut nicht gezwungen, dem ganzen parlament und dem ganzen bundesrat zuzujubeln wie sie es offenbar tun! es gibt immer mal wieder ganz tolle leistungen... und es gibt misstritte.... denn politik ist ein parkett, bei dem ganz vieles nicht soooo simpel ist wie auf dem fussball-platz. und wenn hier mal einer oder eine scheisse baut (im bundeshaus meine ich jetzt), dann muss ich dazu nicht jubeln sondern kann auch mal fluchen oder eine initiative starten oder was auch immer :-))
top-job?!
gleiche Rechte für alle - ein Wahrzeichen der Demokratie! oder vielleicht doch nicht?

Ich finde, unsere Nati-Profis sollen durchaus die gleichen Rechte haben wie unsere Bundesräte. Die verdienen ja auch nicht gerade wenig, bauen jede Menge Mist, und ihre Fans jubeln ihnen dennoch weiterhin zu.
Warum also sollten die gutbezahlten Fussballprofis nicht denselben Anspruch erheben dürfen?
top-Job
ja.... natürlich! und keine angst, wir bleiben auch schweizer und sind es weiterhin gerne...

aber für mich hat das ganze einen anderen gesichtspunkt. diese jungs auf dem grünen rasen spielen nicht einfach aus spass an der freude wie vielleicht so manches grümpelturnier oder auch kleinclub oder dorfmannschaft. dass man da nachsichtig ist und aus lauter spass an der freude jubelt ist doch logisch! dass man bei den freiwiligen spielern auch nachsichtig ist und weiterhin hopp-club ruft, wenn's in die hosen geht ist ebenfalls nur menschlich und logisch!

diese jungs unserer nati sind aber hochbezahlte mitarbeiter, welche einen job zu erfüllen haben und leistung bringen sollen. ganz einfach.... und das tun sie offenbar nicht so wahnsinnig toll. warum das so ist, kann ich nicht beurteilen, ich kenne die leute zuwenig. aber wenn mitarbeiter in einer firma über längere zeit ihre leistung nicht bringen..... aufträge verlieren.... mist oder fehler bauen.... unmotiviert sind.... dann werden sie ausgewechselt und das ist auch gut so! es geht nicht um die absolute hochleistungs-gesellschaft. dafür bin ich auch nicht. aber wenn diese jungs in unserer nati saläre mit z.t. mehreren hundertausend franken jährlich nach hause nehmen wollen, dann bleibt mir das freudige hopp-schwiiz mit fähnchenwinken dann schnell mal im halse stecken.... und das hat ganz und gar nichts mit unschweizerisch zu tun....

vielleicht wäre es gut, wenn der eine oder andere dieser jungs mal ein paar jahre in einem normalen job für viel weniger geld 5 oder 6tage die woche rennen und den rücken krumm machen müsste... und bei mehrmaligem versagen nicht auch noch gütige worte und ein gnädiges fähnchenschwingen mit hurra-rufen bekommt, sondern einfach die rechnung präsentiert!
Nach dem Erwachen…
…kommt die Hochform. Wo sind die Fans der Schweizer Nationalmannschaft? Weshalb gibts hier dazu keine Wortmeldungen? Alle, die wegen des letzten Spiels die Mannschaft verurteilen und "Buuh" rufen, sollten sich ein Beispiel an den Fans des FC St.Gallen machen. Die waren nach ihrem Abstieg auch ganz am Boden – die Fans aber, haben immer zum FCSG gehalten, was sie mit "Vollem Haus" an den nächsten Spielen belohnten, ganz unter dem Motto: "so, jetzt erst Recht". Ich werde weiterhin Hop Schiiz rufen, auch wenns mal in die Hose geht.

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