Im Grenzgebiet zwischen Kosovo und Serbien herrscht Gewalt
Im Grenzland zwischen Serbien und Kosovo herrscht das Chaos
publiziert: Dienstag, 7. Mrz 2000 / 12:38 Uhr

Dobrosin - Im Grenzgebiet zwischen dem Kosovo und dem eigentlichen Serbien nimmt die Gewalt stetig zu. In der so genannten Sicherheitszone in Südserbien häufen sich die Schiessereien zwischen bewaffneten Albanern und serbischer Polizei.


Von Albana Kasapi, DPA

Dobrosin, ein kleines Dorf hinter dem letzten Kontrollpunkt der US-Einheiten der Friedenstruppen (KFOR), wirkt bis auf die Präsenz neu gegründeter albanischer Milizen verlassen. Die Männer und die wenigen verbliebenen Frauen sitzen auf gepackten Koffern, um bei ersten Anzeichen neuer Schiessereien in das Kosovo zu flüchten. Nur noch 200 von ursprünglich 1000 Einwohnern sind geblieben.

Neue Befreiungstruppe
Kommandant Rrufeja (Blitz) ist Anführer der Kämpfer der UCPMB, wie sich die «Armee zur Befreiung von Presevo, Medvedja und Bujanovac» nennt. In diesen südserbischen Orten östlich der Provinzgrenze zum Kosovo wohnen zahlreiche Albaner.

«Wir haben die UCPMB gegründet, um unseren Leuten so gut wie möglich zu helfen», sagt er. «Wir suchen die Konfrontation mit der serbischen Polizei nicht, aber wir werden unsere Leute schützen». Andere junge Kämpfer sagen, sie seien schon UÇK-Kämpfer gewesen.

Die Spannungen in der Region um die drei serbisch kontrollierten Kommunen haben seit dem Einmarsch der Friedenstruppe KFOR ins nahe Kosovo kontinuierlich zugenommen. Die jugoslawische Armee hatte sich nach dem Abkommen zum Ende des Kosovo-Krieges dorthin zurückziehen müssen.

Serbische Einheiten
Die serbischen Einheiten verbreiten Angst unter den 60 000 bis 100 000 Albaner in der Region. Einheimische wollen Paramilitärs und Armee gesehen haben. Während die Albaner «serbische Übergriffe» beklagen, kommt aus Belgrad scharfe Kritik wegen der «Anschläge albanischer Terroristen».

Mehrfach waren Polizisten Ziel von Angriffen. In dem Dorf Dobrosin wurden sie zuletzt im Januar gesehen. Seitdem ist die Strasse Richtung Zentralserbien wie ausgestorben. Als vor einigen Tagen ein Wagen der Vereinten Nationen auf der Strecke unterwegs war, wurde er beschossen. Ein UNO-Mitarbeiter wurde verletzt.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan fürchtet neue Gewaltausbrüche im Kosovo und ein Übergreifen auf den Süden Serbiens, wie es in einem neuen Bericht zur Lage in der Provinz heisst.

Die KFOR will keine Provokationen dulden und hat angekündigt, die Grenzlinie fest unter Kontrolle bekommen zu wollen. Belgrad und die NATO werfen sich vor, mit ausgeführten oder geplanten Truppenkonzentrationen die Lage zu destabilisieren.

Die US-Armee hat «erhebliche» Verstärkung zum letzten Checkpoint vor der Grenzlinie geschickt, wie es heisst. Die US-Soldaten wurden schon Zeugen einer 15-minütigen Schiesserei zwischen serbischen Polizisten und albanischen Extremisten. Anders als im Kosovo greifen sie bei Zwischenfällen jenseits der Provinzgrenze nicht ein- bislang.

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) berichtet, die Albaner im Süden Serbiens gerieten zunehmend unter den Druck serbischer Einheiten und flüchteten ins Kosovo. Die Neuankömmlinge - mittlerweile mehrere tausend - berichteten von einer verstärkten Präsenz der jugoslawischen Armee und Polizei sowie von Beschlagnahmungen, Vergewaltigungsdrohungen und Erpressungsversuchen, sagte der UNHCR-Sondergesandte Dennis McNamara.

(sda)

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