Im Kongo sterben täglich 600 Kinder
publiziert: Dienstag, 25. Jul 2006 / 07:40 Uhr

London - Sechs Tage vor den ersten demokratischen Wahlen im Kongo seit 46 Jahren hat das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) einen dringenden Hilfsaufruf für die Kinder im Land gestartet. Jeden Tag stürben durch Hunger, Gewalt und Krankheiten rund 1200 Menschen im Kongo.

Jeden Tag sterben nach UNICEF rund 1200 Menschen im Kongo.
Jeden Tag sterben nach UNICEF rund 1200 Menschen im Kongo.
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Die Hälfte von ihnen seien Kinder, erklärte die Organisation in London. Der Kongo-Beauftragte der UNICEF, Tony Bloomberg, warf der Welt Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Bevölkerung vor.

«Obwohl im Kongo alle sechs Monate mehr Menschen sterben als durch den Tsunami, erfährt das Land weder von den Medien noch von der Öffentlichkeit die notwendige Aufmerksamkeit», sagte er.

Ca. 30 000 Kindersoldaten

Seit 1998 starben in dem ostafrikanischen Land laut UNICEF mehr als vier Millionen Menschen an den Folgen des Bürgerkriegs; etwa die Hälfte davon seien Kinder und Jugendliche gewesen.

Im Kongo stürben mehr Kinder unter fünf Jahren als in China - obwohl dieses 23 mal mehr Einwohner habe; und in keinem anderen Land gebe es so viele Kindersoldaten wie hier: Ihre Zahl belaufe sich auf schätzungsweise 30 000.

Ungenügende Hilfsmassnahmen

Für ihre Hilfsmassnahmen im Land hatte die UNICEF von der internationalen Gemeinschaft umgerechnet rund 74 Millionen Euro erbeten. Von diesen Geldern sind bisher aber nur 48 Prozent eingelaufen.

In der Demokratischen Republik Kongo leben mehr als 60 Millionen Menschen. Das Land war von 1993 bis 2002 Schauplatz eines der schlimmsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. Trotz eines Friedensabkommens im Dezember 2002 wird im Osten des Landes bis heute gekämpft.

Hoffen auf Wahlen

Am Sonntag sind mehr als 25 Millionen Wähler zur Stimmabgabe bei den ersten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen seit 46 Jahren aufgerufen. Das UNO-Tribunal für Ruanda äusserte die Hoffnung, dass sich mit der neuen Regierung auch die Suche nach mutmasslichen Kriegsverbrechern verbessern werde.

(bert/sda)

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