Im Park der Extreme
publiziert: Montag, 17. Feb 2014 / 23:33 Uhr
Der X-treme Park mit der Halfpipe wird nun von den Skifahrern befahren.
Der X-treme Park mit der Halfpipe wird nun von den Skifahrern befahren.

Die Show geht weiter - wieder in der Halfpipe, aber mit neuen Gladiatoren: Die Ski-Professionals verlängern das Spektakel.

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Im olympischen Freestyle-Ski-Programm die Übersicht zu bewahren ist nicht einfach. Das in den letzten Jahren von der FIS markant ausgedehnte Angebot umfasste im Frauen- und Männer-Tableau seit Olympia-Start in der vorletzten Woche elf Contests. Die Kurse werden auch aus logistischen Gründen quasi interdisziplinär befahren - die Halfpipe beispielsweise wird doppelt genutzt. Eine Woche nach Iouri Podladtchikovs Flug in eine neue Snowboard-Sphäre steht das nächste «Drop-in» an. Die Skifahrer entern das Statussymbol der Brettartisten und zelebrieren ihre Olympia-Premiere.

Anders als die Swiss-Snowboard-Delegation gehört das Team von Dominik «JP» Furrer (noch) nicht zu den Protagonisten der aufstrebenden Szene. Die Qualität der Schaffenskraft der Schweizer ist schwierig einzuschätzen, obschon auf der Tour des Weltverbandes nahezu immer ein Athlet von Furrers Equipe den Finalvorstoss schaffte. Das FIS-Ranking trügt indes.

Yannic Lerjen (8.), ein Rang vor David Wise klassiert, besitzt in Tat und Wahrheit nicht das Format des US-Stars. Verlässlicher sind die Zahlen aus den USA, die Rangliste der X-Games ist aussagekräftiger: Beim weltweit wichtigsten Freestyle-Festival ist der 23-jährige Amerikaner seit drei Jahren ungeschlagen. Der Weltmeister dürfte vom Franzosen Kevin Rolland, der ihn in den USA schon bezwang, mutmasslich hart bedrängt werden.

Faivres Chancen und Schmerzen

Am «Buttermilk Mountain» in Aspen haben die amerikanischen Trendsport-Experten das Show-Potenzial der Freeskier schon vor zwölf Jahren entdeckt. Die FIS öffnete den Halfpipe-Spezialisten die Weltcup-Pforte eine Saison später - mit dem Debüt in Saas-Fee. Im Schweizer Verband wurde der Aufwand zeitgleich ebenfalls kontinuierlich erhöht; ein permanentes Nationalteam bietet Swiss-Ski erst seit 2011 an.

Zu unterschätzen sind die Schweizer aber gleichwohl nicht. Zumindest auf der Tour des Weltverbandes erreichte nahezu immer ein Athlet von Furrers Equipe den Final. Lerjen demonstrierte seine Formstärke im Januar in Calgary mit seiner ersten Top-4-Klassierung. Und Nils Lauper denkt, er sei eine «Wundertüte» und könne auch auf höchstem Level «durchaus eine Überraschung auspacken».

Die grössten Chancen auf einen Sprung mitten in die öffentliche Wahrnehmung werden Virginie Faivre eingeräumt. Die Romande hat zwei der letzten drei WM-Wettkämpfe gewonnen. Im Zusammenhang mit der Doppel-Weltmeisterin sind allerdings zwei, drei Fragezeichen anzubringen. Sie hat noch immer mit den Folgen (Rückenschmerzen) eines schweren Sturzes zu kämpfen.

 Hohe Ausfallrate im «X-treme Park»

Einer Athletin dürfte Faivre nicht mehr begegnen: Die Britin Rowan Cheshire erlitt bei einer missratenen Landung in der Pipe eine Gehirnerschütterung. Ihr Ausfall ist nur einer von vielen. Das medizinische Bulletin der High-Risk-Sportarten ist nach elf Olympia-Tagen ziemlich umfangreich.

Im «X-treme Park» ist der Name Programm. Die Sportler loten ihre Grenzen teilweise ohne Rücksicht auf eigene Verluste aus. 14 Teilnehmer bezahlten ihren Mut zum Risiko mit teils schweren Verletzungen. Am schlimmsten erwischte es die russische Skicrosserin Maria Komissarowa. Die 23-Jährige wurde nach einem Bruch des zwölften Brustwirbels stundenlang operiert und liegt inzwischen in einer Münchner Spezialklinik.

Experten warnen aber davor, die Ausfälle als Folge der anspruchsvollen Parcours-Bauten zu deuten und voreilige Schlüsse zu ziehen. Die Schanze der Skiakrobaten beispielsweise (auf ihr verunfallte am Sonntag der Schweizer Christoper Lambert im Training) sei nach standardisierten Normen aufgebaut worden, erklärte der Schweizer Freestyle-Chef Christoph Perreten auf Anfrage.

«Ich habe bisher weder von den Athleten noch von den Coaches in irgendeiner Disziplin negative Feedbacks erhalten.» Man müsse jeden Sturz einzeln betrachten und könne nichts verallgemeinern. Relativierung hin, Schmerzen her: Im Park der Extreme sind Grenzerfahrungen inklusive.

(fest/Si)

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