Immer mehr «Todeszonen» in den Weltmeeren
publiziert: Donnerstag, 14. Aug 2008 / 23:17 Uhr

Washington - In den vergangenen zehn Jahren hat die Zahl der sauerstoffarmen «Todeszonen» in den Meeren um fast ein Drittel zugenommen. Das haben Wissenschafter aus den USA und Schweden herausgefunden, wie das Fachmagazin «Science» berichtet.

Bis zur Jahrtausendwende habe sich die Zahl der «Todeszonen» jedes Jahrzehnt fast verdoppelt.
Bis zur Jahrtausendwende habe sich die Zahl der «Todeszonen» jedes Jahrzehnt fast verdoppelt.
Die Ursache dafür sehen Forscher vor allem darin, dass immer mehr Nährstoffe - etwa Düngemittel aus der Landwirtschaft - über Flüsse in die Meere gelangen.

Der Sauerstoffmangel zähle mittlerweile zu den grössten Umweltproblemen der Meere, schreiben Robert Diaz vom Virginia Institute of Marine Science (USA) und Rutger Rosenberg von der Universität Göteborg (Schweden).

Sie analysierten zahlreiche Studien aus den vergangenen Jahrzehnten, in denen sich Angaben über Meeresgebiete mit Sauerstoffmangel fanden. Erstmals wurde in den 1930er Jahren von «Todeszonen» in der Ostsee berichtet.

Anstieg des Düngemittelverbrauchs

Das Problem weitete sich in den 1960er Jahren merklich aus: Damals kam es zu einem steilen Anstieg des Düngemittelverbrauchs in der Landwirtschaft, woraufhin auch erheblich mehr Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphate in die Meere gelangten.

Bis zur Jahrtausendwende habe sich die Zahl der «Todeszonen» jedes Jahrzehnt fast verdoppelt. Ihre Gesamtfläche erreiche heute mehr als 245'000 Quadratkilometer, das entspricht etwa zwei Dritteln Deutschlands, so die Forscher.

Bei Sauerstoffarmut sterben zunächst die Lebewesen in Bodennähe, später auch die weiter oben lebenden Fische und Meeresbewohner. Oft wird der Sauerstoffmangel erst dann beachtet, wenn die Fischerei unter den Folgen zu leiden beginnt, berichten die Forscher weiter.

(smw/sda)

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