Immer mehr Tote bei Kämpfen in Irak
publiziert: Mittwoch, 7. Apr 2004 / 13:18 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 7. Apr 2004 / 13:48 Uhr

Bagdad - Die Kämpfe in Irak weiten sich aus. Bei neuen Gefechten in den Städten Bagdad, Falludscha, Nasirija und Kerbela sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen.

US-Soldaten setzten die Offensive fort. (Archiv)
US-Soldaten setzten die Offensive fort. (Archiv)
In der sunnitischen Widerstandshochburg Falludscha setzte die US-Armee ihre Grossoffensive gegen die Aufständischen fort. Die Amerikaner griffen am Morgen mehrere Ziele in der Stadt aus der Luft an.

Bei nächtlichen Gefechten waren zuvor 48 Iraker und mehrere US-Soldaten getötet worden, wie Augenzeugen und Ärzte berichteten. Rund 100 Verletzte seien ins Spital gebracht worden. Die US-Armee machte dazu keine Angaben. Ein weiterer Augenzeuge berichtete von einem Absturz eines US-Armeehelikopters bei Falludscha.

Die US-Soldaten haben die Stadt 50 Kilometer westlich von Bagdad abgeriegelt. Sie fahnden nach den Verantwortlichen für den Tod von vier Amerikanern, die letzte Woche gelyncht worden waren.

In der Schiiten-Stadt Kerbela wurden am Morgen fünf iranische Pilger getötet. Laut Augenzeugen war ihr Kleinbus von polnischen Soldaten beschossen worden.

Ein Ladenbesitzer aus Kerbela sagte, amerikanische und polnische Soldaten hätten neben seinem Geschäft zwei Iraker getötet sowie zwei Läden zerstört. In der Nacht zum Mittwoch waren in der Heiligen Stadt bereits drei Iraker bei Zusammenstössen mit Koalitionstruppen getötet worden.

Der Bagdader Stadtteil Sadr City, der vor allem von Schiiten bewohnt wird, wurde in der Nacht zum Mittwoch Ziel eines US-Luftangriffs. Dabei wurden mindestens vier Iraker getötet, wie ein Spitaldirektor mitteilte.

Drei weitere Iraker aus Sadr City erlagen unterdessen den Verletzungen, die sie bei Zusammenstössen mit den Koalitionstruppen am Dienstag erlitten hatten.

Die US-Armee bestätigte in der Nacht zum Mittwoch den Tod von zwölf Marines. Zwei Dutzend weitere US-Soldaten seien am Dienstag bei Gefechten mit Aufständischen in Ramadi westlich von Bagdad verletzt worden. Es ist einer der schwersten US-Verluste seit Beginn des Irak-Kriegs vor gut einem Jahr.

(fest/sda)

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