Falsch behandelte Patienten in Frankreich
In Frankreich beginnt Prozess um Verstrahlungsskandal mit 7 Toten
publiziert: Montag, 24. Sep 2012 / 18:33 Uhr
Die Patienten bekamen eine 20 Prozent höhere Strahlendosis. (Symbolbild)
Die Patienten bekamen eine 20 Prozent höhere Strahlendosis. (Symbolbild)

Paris - In Anwesenheit von dutzenden Betroffenen hat am Montag in Paris der Prozess um den bisher grössten Verstrahlungsskandal in Frankreich begonnen. Dabei geht es um fast 450 Krebspatienten, die zwischen 2001 und 2006 im Spital des ostfranzösischen Städtchens Epinal zum Teil stark überhöhte Strahlendosen erhalten hatten.

1 Meldung im Zusammenhang
Sieben der Betroffenen, zumeist an Prostatakrebs erkrankte Männer, sind mittlerweile an den Folgen der Verstrahlung gestorben. Von den anderen Opfern sind viele inzwischen behindert. Mehrere erlitten so starke Verbrennungen, dass sie einen künstlichen Darmausgang bekommen mussten.

Die 2006 nach den ersten Strafanzeigen eingeleiteten Ermittlungen der zuständigen Aufsichtsbehörde in Paris ergaben eine Reihe von schweren Irrtümern. Demnach war die Software einer neuen Generation von Bestrahlungsgeräten, die das Spital 2004 angeschafft hatte, nicht richtig eingestellt.

Ausserdem wurden beim Zusammenrechnen der Strahlendosen im Zuge der Krebsbehandlung frühere Bestrahlungen nicht einbezogen. Durch diese Fehler erhielten die Patienten um zehn bis 20 Prozent überhöhte Dosen.

Bei den Angeklagten handelt es sich um zwei 64 und 62 Jahre alte Radiologen, einen Physiker, die Leiterin des Spitals sowie um Vertreter der regionalen Gesundheitsbehörden.

Die Verhandlungen vor dem Pariser Strafgericht sollen bis Ende Oktober dauern. Weil viele der Opfer aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands nicht nach Paris fahren können, wird der Prozess in einen Gerichtssaal von Epinal übertragen.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Epinal - Ein Skandal in einem ostfranzösischen Spital, bei dem Krebspatienten mit falsch eingestellten Geräten verstrahlt wurden, ... mehr lesen
Durch die zu intensiven Bestrahlungen erlitten mehrere Patienten schwere Verbrennungen. (Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen   3
Die Mehrheit der Kommission ist für die Änderungen.(Symbolbild)
Nationalrat sagt Ja zur Stiefkindadoption für Homosexuelle Bern - Homosexuelle sollen künftig Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen adoptieren dürfen. Nach dem Ständerat ...
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 17°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 18°C 33°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 17°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 17°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 18°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 17°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 21°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten