In den Raunächten sind Geister und Hexen los
publiziert: Montag, 29. Dez 2008 / 14:12 Uhr

Frauenfeld - Zwischen Weihnachten und dem 6. Januar befindet man sich «zwischen den Jahren». Im Volksbrauchtum gibt es für diese Zeit eine Vielzahl von Bräuchen, die sich vor allem damit beschäftigen, Schaden fern zu halten.

Das inzwischen auch in der Schweiz gebräuchliche Silvesterfeuerwerk geht darauf zurück, mit Lärm die Geister und Werwölfe der Raunächte abzuwehren.
Das inzwischen auch in der Schweiz gebräuchliche Silvesterfeuerwerk geht darauf zurück, mit Lärm die Geister und Werwölfe der Raunächte abzuwehren.
In katholischen Gegenden gibt es in dieser Zeit die «Rauchnächte» in denen Ställe und Häuser mit Weihrauch und Weihwasser gesegnet werden. Dieses christliche Brauchtum geht nach Meinung von Volkskundlern zurück auf die - phonetisch ähnlichen - Raunächte, in denen Geister und Dämonen «Ausgang» hatten.

Niemanden aus dem Haus waschen

Um sie fernzuhalten, wurden Tiere, Ställe und Häuser geweiht. Es galt aber auch, weitere Regeln einzuhalten: So durfte in dieser Zeit keine Bett- oder Tischwäsche gewaschen und auf die Leine gehängt werden. Die Dämonen hätten sie geschnappt und während des Jahres als Leichentuch zurück gebracht.

Noch zu Grossmutters Zeiten hiess es deshalb oft, wer zwischen den Jahren wasche, «wäscht jemanden aus dem Haus». In weiten Gegenden Europas glaubte man auch, in diesen Nächten verwandelten sich Menschen, die einen Teufelspakt geschlossen hätten, in Werwölfe.

Nicht um Mitternacht in die Ställe

Das inzwischen auch in der Schweiz gebräuchliche Silvesterfeuerwerk geht darauf zurück, mit Lärm die Geister und Werwölfe der Raunächte abzuwehren. Gefährlich war es auch, in diesen Nächten um Mitternacht in den Ställen zu sein. Dann sollten nämlich die Tiere der menschlichen Sprache mächtig sein und die Zukunft vorhersagen können. Dumm war, wenn das ein Mensch hörte. Er starb angeblich unmittelbar darauf.

Weniger gefährlich war es, die Tage und Nächte für Vorhersagen und Orakel zu nutzen. Bauernkalender beispielsweise sahen in jedem der zwölf Tage ab dem Stefanstag einen Monat des folgenden Jahres: So wie das Wetter an diesem Tag war, sollte es im entsprechenden Monat sein.

Perchta nicht Berchtold

«Orakelt» wird auch heute noch: beim Bleigiessen in der Silvesternacht. Die Schweiz verdankt den Raunächten vermutlich einen Feiertag: den 2. Januar oder Berchtolds- oder Berchtelistag. Der Tag hat nichts mit einem Heiligen zu tun sondern mit der germanischen Dämonin Perchta.

Ihr Name bedeutete «hell, glänzend» und findet sich in «berchten» und «bächtelen» wieder, was mit «heischen» und «schmausen» zu übersetzen ist. Das wiederum hat damit zu tun, dass um die Jahreswende Dienstverhätnisse gekündigt und Pachten bezahlt wurden.

Perchta straft und schenkt

Perchta hatte laut Volksglauben zwei Angewohnheiten: sie bestrafte Faulheit und belohnte Fleiss und Hilfsbereitschaft. Während die Strafe für Faulheit bis zum Aufschlitzen des Bauches und Füllen desselben mit Steinen reichte, gab's für Fleiss Gold und Münzen.

In Italien hat die Aufgabe des Schenkens die Hexe Befana übernommen, die in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die Kinder beschenkt. Sie ist auf ihrem Besen auf der Suche nach dem Jesuskind, dessen Geburt sie wegen zu spätem Abflug verpasst hat.

( Lieselotte Schiesser/sda)

 
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