Israelische Militäraktionen
In der Nacht starben erneut 18 Palästinenser
publiziert: Dienstag, 12. Mrz 2002 / 07:38 Uhr

Gaza/Jerusalem - Bei israelischen Militäraktionen im Gazastreifen und im Westjordanland sind in der Nacht auf Dienstag mindestens 18 Palästinenser getötet worden. Die Palästinenser werfen Israels Ministerpräsident Ariel Scharon vor, ein Blutbad anzurichten.

Bei einem gross angelegten Einmarsch der israelischen Armee im Flüchtlingslager Dschabalija im Norden des Gazastreifens wurden nach Spitalangaben mindestens 17 Palästinenser getötet und mehr als 50 weitere Menschen zum Teil schwer verletzt.

Palästinenser und Soldaten hätten sich in Dschbalija heftige Schusswechsel geliefert, nachdem die israelische Armee mit insgesamt 65 Panzern in das Lager eingerückt sei, teilten palästinensische Sicherheitskräfte mit. Die anhaltenden Gefechte hinderten Sanitäter den Angaben zufolge, zu mehreren Verletzten zu gelangen.

Rückzug am frühen Morgen

Am frühen Morgen zog sich die israelische Armee aus dem Flüchtlingslager in zwei Richtungen zurück. Nach palästinensischen Angaben sprengten israelische Soldaten bei dem Rückzug das Haus eines mutmasslichen militanten Palästinensers sowie zwei Metallwerkstätten in die Luft.
Ein israelischer Armeesprecher rechtfertigte die Aktion in Dschabalija mit dem Vorgehen gegen "bewaffnete Terroristen". Ziel seien ausschliesslich Bewaffnete und keine Zivilisten gewesen. Es sei um die Beschlagnahmung von Mörsern und Abschussvorrichtungen für Kurzstreckenraketen gegangen, teilte ein weiterer Militär mit.
Bei Angriffen israelischer Kampfhelikopter nahe Deir El Balah wurde ein palästinensischer Polizist tödlich getroffen und drei weitere verletzt. Wie palästinensische Sicherheitskräfte weiter mitteilten, griff die israelische Armee Stellungen der Leibgarde von Palästinenserpräsident Jassir Arafat und der palästinensischen Marine in der Region auch von See aus und mit Panzern an.

"Blutbad"
Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat warf dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon ein "Blutbad" vor. Die Angriffe auf das Flüchtlingslager Dschabalija seien "die Fortsetzung des Gemetzels und der Kriegsverbrechen der Scharon-Regierung" in den Flüchtlingscamps, sagte Erakat in Gaza. Scharon antworte auf aktuelle Friedensinitiativen mit "einem Strom palästinensischen Bluts". Es sei nun "Zeit für die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen".

Weiteres Flüchtlingslager unter Beschuss

Israelische Kampfhelikopter feuerten unterdessen nach Angaben von Augenzeugen mit Maschinengewehren auf das Flüchtlingslager El Amhari bei Ramallah im Westjordanland. Panzer wurden demnach rund um das Camp aufgefahren. Bei Schusswechseln sei jedoch bislang niemand verletzt worden. Zwei weitere Palästinenser waren zuvor bei einem Schusswechsel nahe der jüdischen Siedlung Netzarim im Süden des Gazastreifens getötet worden, wie palästinensische Sicherheitskräfte bekannt gaben.

(ba/sda)

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