Individualisierte Schweiz gewinnt
publiziert: Montag, 27. Nov 2006 / 18:43 Uhr

Bern - Das Ja zum Osthilfegesetz ist ein Sieg der wirtschaftlich starken Regionen, in denen viele konfessionslose oder protestantische Menschen leben.

Gut ausgebildete und konfessionslose Wähler beeinflussten das Ergebnis erheblich.
Gut ausgebildete und konfessionslose Wähler beeinflussten das Ergebnis erheblich.
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Auf Bezirksebene sei das Osthilfegesetz am deutlichsten befürwortet worden, wenn die Bevölkerung besonders gut ausgebildet und konfessionslos sei, teilte gfs.bern mit.

Auch die Zahl der Menschen, die in unüblichen Familienstrukturen - Geschiedene, Doppelverdiener - lebten, habe den Ja-Anteil positiv beeinflusst.

Wie bei anderen europapolitischen Vorlagen hätten sich hingegen die «wirtschaflich bedrängten» Regionen der Schweiz gegen eine Zusammenarbeit mit der EU gewehrt.

Auch traditionelle Gesellschaftsschichten seien skeptisch gewesen, wie schon bei den Urnengängen zu Schengen-Dublin und zur Personenfreizügigkeit.

Besonders starke Ablehnung

Wenn etwa in einem Bezirk der Anteil an Industriearbeiterschaft besonders gross und die Bevölkerung stark katholisch geprägt war oder viele Menschen bloss einen obligatorischen Schulabschluss vorweisen konnten, sei die Ablehnung gegen das Gesetz besonders stark gewesen.

Nicht überraschend zeigt die Analyse auch markante Unterschiede zwischen Stadt und Land. In der Regel hätten Kerngebiete und umliegende Gemeinden der Städte vornehmlich Ja gestimmt. Dieser Zusammenhang stimme vor allem im deutschschweizer Mittelland.

In der Romandie und auch in Graubünden hingegen gibt es laut gfs.bern zahlreiche Landgegenden, die mehrheitlich Ja votierten. Umgekehrt lehnten namentlich im Tessin und in der Ost- und Zentralschweiz auch die Städte die Vorlage ab.

Das Forschungsinstitut verglich das Osthilfegesetz auch mit den Vorlagen zu Schengen/Dublin und zur Personenfreizügigkeit. Dabei habe sich gezeigt, dass Schengen/Dublin das linkeste Zustimmungsprofil habe, heisst es in der Analyse: Das Abkommen wurde in «rechten» Regionen am geringsten unterstützt.

(dl/sda)

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